|
20 Jahre Amtsbotenweg
Der Amtsbotenweg ist wohl einer unserer markantesten Wanderwege. Er erinnert daran, dass Königsberg in Franken einst eine Exklave des Coburger Herzogtumes war. Die Boten, ob reitend oder zu Fuß, benutzten aber szt. sicher nicht einen markierten Wanderweg, sondern die ganz normale Landstraße. Wegen des nicht oder kaum vorhandenen Kraftverkehrs war dies auch ohne weiteres möglich. Und wie aus alten Wanderberichten hervorgeht wurde noch zu Zeiten des legendären Emil Rädlein vorwiegend auf der Landstraße gewandert. Hören wir „Amtsbotenweg", denken wir aber auch an den unvergessenen Otto Treuter, dessen Namen mit seinem Werk, u.a. auch dem Amtsbotenweg, untrennbar verknüpft ist. Wie aus dem „Farnkraut“-Bericht in II 1978 hervorgeht, wurde der Abschnitt Coburg - Seßlach -Altenstein durch Otto Treuter und Hermann Scholz erstellt. Der weitere Verlauf des Amtsbotenweges von Altenstein nach Seßlach obliegt dem Haßbergverein. Der Wanderweg wurde am 28. Mai 1978 eröffnet. Vorsitzender war szt. Arno Völk. An dem Ereignis nahmen aber auch OB Karl-Heinz Höhn, die Bürgermeister und Stadtratsdelegationen von Königsberg und Seßlach teil. Der Amtsbotenweg ist populär nicht nur beim Thüringerwald-Verein und Haßbergverein, sondern auch bei zahlreichen Gast- und Gelegenheitswanderern. Gelegentlich gibt es größere Veranstaltungen, zuletzt m. W. 1986 mit abschließendem Empfang auf dem Coburger Marktplatz.
Nachstehend der Bericht von Renate Haenel über die Jubiläumswanderung 1998. -hdb-
Jubiläumswanderung 1998
Am „Steinernen Tisch", einem markanten Punkt am Rande von Coburg, begrüßte Wanderführer Günter Peter seine Wandergruppe und erinnerte an die Einweihung des Amtsbotenweges am 28. Mai 1978. Er wäre auf die Anregung des verdienstvollen Wanderfreundes Werner Ungelenk markiert worden. Zwischen Königsberg und Coburg bestehe eine freundschaftliche Bindung, die durch die Schülerverbindung „Casimiriana" gepflegt werde. Vor Beginn der Wanderung erhielt jeder Teilnehmer als kleine Aufmerksamkeit einen Schokolade-Maikäfer. Nach dem Spruch aus einer Chronik
„Heimatsinn sei's, der sich reget, Heimatpflege sei geübet, Heimatkunde sei geliebet, Heimatkunst sei stets geschätzt, Heimatehre nie verletzt"
und einem Blick zurück auf die Stadt mit dem eingerüsteten Morizturm im Mittelpunkt sowie den Langen Bergen und dem Thüringer Wald am Horizont ging's munter los. Am Ortsrand von Ahorn sahen die Wanderer die WEFA, die Sportbegegnungsstätte für Behinderte und Nichtbehinderte sowie die Mauritiusschule. Malerisch präsentierten sich Schloss und Kirche. Bei idealem Frühlingswetter gab es immer wieder herrliche Stimmungsbilder. Von der Höhe grüßte Witzmannsberg mit seiner St.-Johannis-Kirche. Blühende Obstbäume und Hecken bildeten einen reizvollen Kontrast zum zarten Grün der Laubbäume. Die Fluren erfreuten mit Wiesenschaumkraut und Löwenzahn, ebenso wie Rapsfelder. Am Rande des Hohensteiner Waldes führte der Weg hinab nach Schafhof. Ein Regenschauer konnte die gute Laune nicht trüben, da er sich als Wohltat für die Natur erwies. Eine Augenweide bildete der österlich geschmückte Brunnen in Witzmannsberg. Störend dagegen der umherliegende Abfall, den einige Wanderfreunde aufsammelten und in den Abfallkorb warfen. Durch das bäuerliche Krumbach und auf einem Forstweg ging es zur Mittagspause ins mittelalterliche Städtchen Seßlach.
Für den Rückweg wählte der Wanderführer eine andere Strecke. Die Wanderer gelangten durch die Neubausiedlung von Seßlach in einen lieblichen Grund. Die Sonne schien wieder und zeigte ein einmaliges Landschaftsbild mit der Feste Heldburg, Schloss Hohenstein, sowie dem Main- und Itztal mit dem Fränkischen Jura im Hintergrund. In den Auwäldern blühten verschwenderisch Buschwindröschen. In Witzmannsberg endete eine beglückende Wanderung durch ein reizvolles Fleckchen unserer Heimat. Der Ehrenvorsitzende Franz Geßlein dankte im Namen aller dem Wanderführer Günter Peter für seine gelungene und ansprechende Jubiläumswanderung. Renate Haenel
|