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Können Sie auch ohne Verein wandern? Im Prinzip ja, aber viele Vorleistungen wurden von uns erbracht, z. B. mehr als 400 km markierter Wanderwege; Zuarbeit für Wanderkarten verschiedener Verlage, nicht zuletzt die Alexandrinenhütte - drum auf zur Mitgliedschaft (anklicken!) |
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Anneliese Hübner „zum Zweiten“ Beim Oktober-Waldabend war wiederum Anneliese Hübner als Referentin zu Gast, um die Lesungen aus ihrem Buch „Jahraus, jahrein…“ vom April fortzusetzen und zu beenden. Wegen der verhältnismäßig geringen Anzahl von Abbildungen wurde diesmal auf die „Beamer“-Projektion verzichtet. Die Darstellung im Jahresablauf wurde mit dem Erntedankfest fortgesetzt, das in diesem Jahr 2010 mit dem Tag der Deutschen Einheit zusammen gefallen war. In evangelischen Gemeinden wird das Erntedankfest gewöhnlich am Sonntag nach “St. Michaelis” (29. September) gefeiert. Weiterhin gedachte die Autorin eines Autoren des 19. Jhdt., nämlich Friedrich Hofmann (geb. 18.4.1813 in Coburg, Leopoldstraße 28, verstorben 14.8.1888 in Ilmenau) Wegen der Tätigkeit in der damals weit verbreiteten Zeitschrift „Die Gartenlaube“ wird Hofmann gelegentlich auch als „Gartenlaube-Hofmann“ bezeichnet. Dabei sollte aber auch nicht die Mitarbeit an „Meyers Konversationslexikon“ übersehen werden, weswegen Hofmann nach Hildburghausen übergesiedelt war. Wesentlich ist aber auch das Schaffen Hofmanns als Mundartdichter („Koborgher Quáckbrünnlá“, 1857). Anneliese Hübner trug ein Herbstgedicht von Friedrich Hofmann aus dem “Quáckbrünnla” vor. Erwähnung fand auch das „Friedensdankfest“. Hier wird an das Ende der Gräuel des sog. 30jährigen Krieges erinnert, der entsetzliches auch über das Coburger Land gebracht hat.Bekanntlich fand dieser Krieg erst 1848 durch den “Westfälischen Frieden” zu Osnabrück und Münster sein Ende. Ab 1650 wurde dieser Gedenktag im damaligen Herzogtum Sachsen – Altenburg, zu dem damals auch Coburg gehörte, eingeführt. In Meeder, der Urpfarrei St. Laurentius wird dieser Friedensdank seit 1971 alle 10 Jahre besonders feierlich begangen; im Jahre 1991 hat auch der Thüringerwald-Verein Coburg mit einer Wandergruppe teilgenommen. Im kommenden Jahr steht wiederum das grosse Friedensdankfest in Meeder an. Der wesentliche Teil des Vortrags aber bildete die Kirchweih und Plankirchweih im Coburger Land. In einer Coburger Tageszeitung konnte jüngst eine Befragte den ursprünglichen Sinn der Kirchweih nicht oder jedenfalls nicht spontan erklären. Es ist daher eine durchaus verdienstvolle und ernst zu nehmende Aufgabe, sich auch mit historisch - wissenschaftlichem Anspruch des Themas anzunehmen. Dieser Mühe hat sich Anneliese Hübner`s Tochter Nina unterzogen, was in dem Buch auch Eingang gefunden hat. Ohne an diesem Platz allzu sehr auf Einzelheiten einzugehen, wir können heute kaum nachvollziehen, welche Bedeutung, welchen Stellenwert dieses Fest für die Menschen vergangener Jahrhunderte einst hatte. Im kirchlichen Sinne war die Kirchweih ursprünglich nichts anderes als die festliche Erinnerung an die Weihe der Kirche. Offensichtlich trat schon früh eine weltliche Bedeutung neben die kirchliche. Zu Recht aber weist die Autorin darauf hin, dass die Menschen in jenen vergangenen Zeiten nur wenige Gelegenheiten zum Feiern hatten, vor allem „Tanzlustbarkeiten“ hatten Seltenheitswert. Selbstverständlich gab es noch längst keine Diskotheken oder irgendwie ähnliche Einrichtungen, in die man einfach so fahren konnte. Es waren aber auch so harmlose Angelegenheiten wie gegenseitige Verwandtschaftsbesuch keineswegs alltäglich. Es überrascht nicht, dass der Ablauf dieser Festlichkeiten strengen Regeln unterlag. Dies vor allem seitens der „Obrigkeit“, jedoch scheint es auch selbst gesetzte Regeln gegeben zu haben. Die obrigkeitlichen Regelungen, die schon recht früh erfolgten, betrafen auch die kalendarische Festlegung der Kirchweih, die sich schon vor Jahrhunderten vom ursprünglichen Tag der Kirchenweihe bzw. dem Feiertag des Kirchenpatrons entfernt hat. Bekanntlich finden die Kirchweihfeste vorwiegend im Oktober statt. Dies mag mit dem landwirtschaftlichen Arbeitsablauf zu tun haben; wer aber denkt heute daran, dass auch der Jahrestag der „Völkerschlacht“ bei Leipzig im Jahre 1814 hier eine Rolle spielen konnte? Anneliese Hübner verwies auch auf die genaue Schilderung in einem der Werke des Dichters Heinrich Schaumberger (1843 – 1874). Wie bereits erwähnt, war der Ablauf keineswegs spontan oder gar beliebig, sondern unterlag strengen Regeln. Was kommt noch nach dem Kirchweihfest? Hier wird an den „Krautspöpel“ erinnert und andere gespenstische Dinge, die sich in der immer dunkleren Jahreszeit mit immer längeren Nächten abspielen mögen, etwa wenn die „Hullewaatsch“ auftritt. Anm. hdb – Wer sich heute über den Gespensterglauben früherer Zeiten mokiert, möge doch bedenken, wie sehr sich das heutige Leben in der dunklen Jahreszeit in der Stadt von dem auf dem Lande in alten Zeiten unterscheidet. Heute in den Städten die Überfülle an Licht, sodass schon von „Lichtsmog“ gesprochen wird, damals das im Doppelsinne „spärliche“ Licht, sowohl was den Kostenaufwand als auch den Effekt betrifft. Wer in der jüngeren Generation hat noch das Leuchten faulenden Holzes in der Finsternis wahrgenommen? Dennoch scheint Geister- und Gespensterglaube ein Grundbedürfnis zu sein, wenn wir an die zahlreichen Horror-Filme denken, die namentlich in den Kommerz-TV-Sendern immer und immer wieder gezeigt werden. Die Autorin Anneliese Hübner lässt auch das Kapital „Halloween“ nicht aus. Sie erinnerte daran, dass dieser Brauch ursprünglich aus der „Alten Welt“ stammte und von irischen Einwanderern mit nach Nordamerika genommen wurde. Schon damals ein „Heischebrauch“. Anm. –hdb – „Heischebräuche“ sind auch bei uns überliefert – die „Klöpfelnächte“ in den Alpenländern, bis heute in Oberammergau, „Anklöpfler“ – Lied aus dem „Salzburger Adventssingen“ - undatierte LP, etwa 70er Jahre, damaligen Leitung Tobi Reiser. „hallowed“ – „geheiligt“ im englischen Vaterunser: „“Hallowed be thy name…“ Der Brauch, grosse Runkelrüben auszuhöhlen und zu hinterleuchten, sodass ein gespenstischer Anblick entsteht, ist bei uns älter denn die Verbreitung des “Halloween”. Wenn ich mich recht erinnere, wurden in dem Kürbis-Anbaugebiet südlich von Bamberg auch schon früher “Geister-Kürbisse” angefertigt und ausgestellt. Ich habe eine persönliche These zur Verbreitung von “Halloween” hierzulande: Im Jahre 1978 wurde in den USA (John Carpenter) der Horror-Film “Halloween” gedreht, der natürlich auch in unsere Kinos kam und zahlreiche “remakes” erlebte. Nach meiner Erinnerung kannte den Begriff damals hier kaum jemand. Anneliese Hübner erinnerte auch daran, dass der 31. Oktober in der evangelischen Christenheit als Reformationstag gefeiert wird. Der Überlieferung zufolge soll Luther im Jahre am 31. Oktober 1517 seine Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen haben. Nach 1945 wurde das Reformationsfest in Coburg im großen Saal der “Coburger Hofbräu” begangen. Der erste Vorsitzende Wolfgang Süße dankte im Namen aller für diesen ausgezeichneten Vortrag. |
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