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Aus „Das Farnkraut“ Sonderheft Dezember 1966
Erstmals erscheint hier ein Name, der später ganz wesentlichen Anteil an der Naturschutz-Arbeit des Thüringerwald-Verein haben sollte: Waldemar Barnickel, der sich auch außerhalb unseres Vereins einen großen Namen gemacht hatte; Zitat: Landesbund für Vogelschutz; „Stiftung Bayerisches Naturerbe“ - www.lbv.de....
Waldemar Barnickel (1920-2006, Ehrenkreisvorsitzender) Waldemar Barnickel führte 1981 als Leiter der „Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Coburg“ diesen aktiven Vogelschutzverein geschlossen in den LBV und gründete damit die LBVKreisgruppe Coburg Stadt und Land. Sein größtes Projekt war die Herausgabe der „Avifauna des Coburger Landes mit oberem Maintal“ von 1976–1978, die noch heute ein wichtiges Referenzwerk ist. Dr. Heinrich Greiner DR. Einhard Bezzel Oskar Ringelspacher Klaus Georg Schulze Alfred Reinsch Heribert Mühlbauer Dr. Franz Leibl Adolf
Bei uns war Waldemar Barnickel, beruflich Kriminalbeamter, viele Jahre Naturschutzwart und erfreute uns mit den alljährlichen “Vogelstimmenwanderungen” im Mai und immer wieder auch mit Vorträgen. Immer mehr nahmen die Stellungnahmen in öffentlich-rechtlichen Planungsverfahren, die wir als anerkannter Naturschutzverband abzugeben hatte, Raum ein. Im nachstehend wiedergegebenen Vortrag tritt er bei uns wohl erstmals in Erscheinung.
Schöpfungswunder unterm hohen Himmelszelt Naturfotos von Waldemar Barnickel
„Unterm hohen Himmelszelt" weitgespannt war der motivreiche Bilderbogen, durch den Waldemar Barnickel den Gästen des Oktober-Waldabends mit unvorstellbarer Geduld Erlauschtes aus dem Reich der Natur vermittelte. Die erschütternde Darstellung jener Tiertragödien durch menschliche Unvernunft, denen alljährlich auf den Fernstraßen, die unsere Landschaften durchschneiden, 200.000 Hasen, 80 .000 Rehe und unzähliges andere Getier zum Opfer fallen, machte die Hörer besonders aufgeschlossen für die oft einzigartigen Naturaufnahmen, mit denen Barnickel das in der Tier- und Pflanzenwelt sich vollziehende Schöpfungswunder nahebrachte. Die Offenbarung seiner Erlebnisse im Bayer. Wald und im Hochgebirge ebenso wie in den Parkanlagen in und um Coburg oder in dem ihm besonders vertrauten Callenberger Forst erwies sich einmal mehr als überwältigendes Zeugnis unverfälschter Natur. Als ihr eindrucksvollstes wohl schwang die Stimme der hierzulande leider so selten gewordenen Nachtigall in naturgetreuer Tonbandwiedergabe durch den andachtsstillen Raum. Vom hochalpinen Bergfrühling über die sommerlich vielfältige Flora des heimatlichen Letrensraumes einer schier unvorstellbaren Vielfalt an Insekten, Vierbeinern und zweifüßigen Nesthockern oder Nestflüchtern bis zur herbstbunten Landschaftsmalerei und zur üppigen Pracht des Winterwaldes war das Naturgeschehen in seinem jahreszeitlichen Rhythmus mit jener Eindringlichkeit nachgezeichnet, die dem auf Wundertaten im Weltraum versessenen Menschen zu vergegenwärtigen vermag, wie viel eher er eigentlich doch Veranlassung hätte, sich selbst in all die irdischen Schöpfungswunder einbezogen zu sehen und daran seinen Daseinsauftrag zu orientieren. Das offene Auge des passionierten Wanderers und heimatverbundenen Liebhaber-Fotografen Barnickel hat dem Naturgeschehen eine geradezu beglückende Dokumentation berechtigten Vertrauens in den natürlichen Ausleseprozeß und des sich gottgewollt beständig erneuernden Lebens abgewonnen. Umso verständlicher der in der Dankbarkeit seiner Hörer mitschwingende Wunsch, öfter als bisher solch forschende Exkursionen in die Unmittelbarkeit des Schöpfungswunders unterm hohen Himmelszelt nacherleben zu dürfen.
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