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Kritisch mit dem Auslaufen des „Blühprogramms“ befasste sich ein Artikel in der „np“-Lokalteil NEC am 26 . 03. 2011.

Nachfolgend einige auszugsweise und kommentierte Zitate.
Vorbemerkung:
Landwirtschaft kenne ich nicht nur aus dem Schul-Lesebuch. Ich bin noch in einer Zeit aufgewachsen, in welcher die bayerischen Volksschul-Lesebücher den Eindruck vermittelten, als seien wir ein Volk von – wohlgemerkt oberbayerischen – Bauern. Das nebenbei. Nein, ich bin in Bamberg im familiären Umfeld der dortigen Gemüsegärtnereien aufgewachsen. Wenn auch der Gemüseanbau der Haupterwerb war, so hatte doch jeder seine
Küh` und auch etwas an Wiesen. Weil damals noch alles in Handarbeit erledigt wurde, musste schon die ganze Verwandtschaft beim „Heuen“ zusammenhelfen. Wiesen blühten damals noch ohne Förderprogramm, ganz einfach deshalb, weil früher Schnitt oder gar Düngung bei Wiesenflächen gänzlich unbekannt waren.
Gülle gab es nicht. Der herkömmliche Stalldung, auch die Jauche, im Bamberg „Struuz“ genannt, roch schon damals nicht nach Veilchen. Die Penetranz von Gülle aber war nicht wahrzunehmen.

Grundlage für folgenden Artikel war vermutlich auch eine  Meldung, die ich am 31. 3. im Internet gefunden habe www.farbe-ins-Feld.de.
Demnach seien in verschiedenen Bundesländern, darunter Bayern, die Förderungen für Blühstreifen und Blühflächen „vermutlich“ ausgesetzt.

Als altem Naturfotografen ist mir schon lange klar, dass es bei vielen landw. Flächen nicht viel zu holen ist. Die Wiesen sind eben nur noch grün, allenfalls gibt es die typischen Stickstoffzeiger wie den Löwenzahn. Und wo Blüten fehlen, fehlen auch die Insekten.

Im folgenden Zitate:


Eine echte Postkartenidylle: Da fliegt Biene Maja von ihrer Behausung los, sucht nach schönen Blüten, um nach getaner Arbeit wieder frohgemut in den Bienenstock zurückzukehren. Was aber, wenn sie keine Blüten mehr findet und   gemeinsam   mit   all ihren summenden Gefährten jämmerlich zugrunde geht? ….   „Als   das   Blühprogramm durch das Landwirtschaftsministerium aufgelegt wurde, dachte ich, dass hier wieder Lebensgrundlagen für Bienen geschaffen werden." Gesunde Wiesen also, die auch eine ordentliche Herbstflora ermöglichen, sodass die Bienenvölker   gut   überwintern   können. „Was ja letztlich auch dem Menschen zugute kommt, denn Wiesen, die nur mit Spritzmitteln sowie Gülle und Klärschlamm überzogen sind, sind mehr als nur eine Schande für die Augen",…
 „Ich gebe Herrn F. im Großen und Ganzen recht", sagt Diplom-Biologe Frank Reißenweber, auch Kreisvorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz (LBV): „Das Blühprogramm war schon sehr gut."


Zwei freiwillige, aber sehr lukrative Naturschutzprogramme wurden den Landwirten sowohl beim Kulturlandwirtschaftsprogramm (Kulap) als auch beim Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) angeboten. Besonderes Interesse fanden dabei beim Kulap die agrarökologische Ackernutzung und Blühflächen (A36), im VNP die Brachlegung auf Ackerflächen mit Selbstbegrünung (G 12). Beide Programme waren finanziell so gut ausgestattet, dass sich manche Landwirte fragten, ob eine landwirtschaftliche Nutzung mit Getreide oder anderen Feldfrüchten für sie noch interessant ist. Je nach Bodenqualität erhielt man Zahlungen von mehr als 1000 Euro pro Hektar.
Während für das Kulap also das Landwirtschaftsministerium zuständig ist und für den Hobby-Imker Frost der Ansprechpartner, ist für das VNP das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit in der Pflicht.


Auf den intensiv bewirtschafteten Feldern sehe man demnach nur noch Raps, Getreide und Mais für die Biogasanlagen. Diese Flächen dürften dann, ohne große Auflagen, mit Gülle und Klärschlamm zugeschüttet werden. Immer mehr Wiesen würden für die Energieerzeugung umgepflügt und so den Bienen und anderen Lebewesen, schließlich auch dem Menschen, die Lebensgrundlage entzogen.
F. appelliert dagegen an den Landwirtschaftsminister: „Lassen Sie das Blühprogramm weiterlaufen und steigen Sie aus der Förderung der Gas- und Ethanolerzeugung aus. Als Alternativenergien haben wir genügend Sonne, Wind und Wasserstoff." Biene Maja wird sich vorläufig auf weitere harte Winter einstellen müssen.
Zitat Ende
pet
Schon wieder hat sich die Landwirtschaft zu Wort gemeldet. Das soll kein Vorwurf sein. Die Produktionsweise ist ja an die Marktbedingungen gebunden. Aber die konventionelle Landwirtschaft kann heute nicht als “praktizierten Umweltschutz2 bezeichnet werden.

-hdb-

 

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