Können Sie auch ohne Verein wandern? Im Prinzip ja, aber viele Vorleistungen wurden von uns erbracht, z. B. mehr als 400 km markierter Wanderwege; Zuarbeit für Wanderkarten verschiedener Verlage, nicht zuletzt die Alexandrinenhütte - drum auf zur Mitgliedschaft (anklicken!)

Anmerkung zum Bericht über die Dreikönigswanderung 2012:

In der “Farnkraut”-Ausgabe Nr. 3/1965 fand ich einen Wanderbericht mit Angaben zu Büttner-Tartier

 

 

Heimatkunde um Spielsmannsruh
und das verschwundene Dorf Gellnhausen

 

Für den unabkömmlichen Ernst Köhler hatte August   D ö t s c h   die   zweite   Juli-Wanderung übernommen.   Ihre   besondere   heimatkundliche Note prägte schon der Wanderspruch aus einem Volksstück   des   Rodacher   Schriftsteller-Komponisten Büttner-Tartier. Der unter tiefschwarzem Himmel durchzogene Marbachsgrund führte zuerst  zum   Domizil   der   Musikerfamilie   Büttner, der  „Spielmannsruh".   Sie  regte zum Besinnen auf   das   heimatgebundene   Kulturschaffen   des Mannes an, dem nicht nur in die Musikliteratur eingegangene kompositorische Werte zu verdanken sind,  sondern auch manche selbst verfassten Heimatspiele    und    zudem    die    Freilichtstätten ihrer   Erstaufführungen   auf   dem   Georgenberg und im Heldritter Waldtheater. Durch Lempertshausen ging es dann nach kurzer Frühstücksrast über den Eisfelder Weg hinauf durch die Reithberg-Waldung bis auf wenige hundert Meter an Ort und Gestüt Massenhausen in Thüringen heran und entlang der Zonengrenze, zu der der Eishausener Kirchturm herübergrüßte, bis nahe zum Hetschbacher Schlagbaum. Der Rundwanderweg 2, dessen   Markierung   August   Dötsch   inzwischen wesentlich  vervollkommnet hat,  brachte  die  20 Wanderer an Waldbad und Waldbühne von Heldritt vorbei zur Mittagseinkehr in diesem Pfarrdorf, bei der die Gulasch-Atzung ebenso dankbar genossen wurde wie die Gelegenheit, die im kniehohen Waldgras patschnass gewordene Kleidung etwas zu trocknen. Der Weg zurück in den Reith-wald verhalf Naturschutzwart Reinhardt zur Entdeckung  der Reste  uralter — freilich  nicht mehr erhaltungswürdiger — Eichen; Karl Arnold bot sich im Bereich der Heldritter Linde Veranlassung zu instruktiven Betrachtungen über die üppige Flora der an blühenden Königskerzen und  Disteln  reichen  Waldung.   Sehr  aufschlussreich auch seine und des Naturschutzwarts Deutung  der  Unterschiede   zwischen  Sommer-  und Winterlinden.   Herrliche   Waldwege   sorgten  bei aufklarendem   Wetter   für   einen   genussreichen Gang durch den Gellnhäuser Grund mit der uralten Dorflinde als Mittelpunkt. Was der Wanderführer hier zur Rast auf mächtigen Holzstämmen über das Schicksal der im Bauernkrieg erloschenen   Gemeinde   Gellnhausen   zu   berichten wusste und eine von Töchterlein Gundhild kredenzte  poetische  Reminiszenz   ergänzte,   behandelt ausführlich unser heimatkundlicher Beitrag auf Seite 6 dieser Ausgabe. Kreuz und Quergänge  beschlossen   die  viele   versteckte   Winkel aufspürende Waldwanderung, die — um mit den Worten   unseres   Vereinsvorsitzenden   zu   sprechen — deutlich machte, wie sehr ein Wanderführer einer solchen Unternehmung durch sorgsame Planung  den   „Stempel   seiner  Handschrift"   zu geben vermag. Dafür dankten August Dötsch bei der  Rodacher   Schlusseinkehr   die   Diskussionen über die Tageserlebnisse ebenso wie Franz Reinhardts beifallsbestätigte Abschiedsworte.


Anmerkung: heute steht auf dem Georgenberg ein Denkmal für Büttner-Tartier.