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Carl Escher war gebürtiger Coburger mit einem der heimischen Landschaft seit seinem Kindheit weit aufgeschlossenen Herzen. Nach dem Schulbesuch in Coburg, der Lehrzeit in einer Anwaltskanzlei seiner Heimatstadt und der Militärzeit bei den 95ern stellte er sich als Beamtenanwärter beim Landratsamt Coburg mit ganzer Kraft in den Dienst an der geliebten Heimat, für die er auch nach seiner Amtszeit als Regierungsoberinspektor wirkte. Wie hoch seine Arbeitsleistung und seine Persönlichkeit eingeschätzt wurde, beweist die Tatsache, daß Escher nicht nur die Funktion eines Landrat-Stellvertreters bekleidet, sondern auch in den kritischen Wochen des Jahres 1945 als kommissarischer Landrat die entscheidende Verantwortung für eine Schicksalswende zum Segen unserer engeren Heimat getragen hat. Dem Thüringerwald-Verein hat sich Escher im Jahre 1922 angeschlossen. Als qualifizierter Kenner und Betreuer der Heimat wuchs er auch in diesem Kreis aufgeschlossener, weil naturverbundener Menschen sehr schnell in Führungsaufgaben hinein, die ihn nach Emil Rädleins Ableben im Jahre 1925 immer stärker der Mitarbeit im Vereinsvorstand verpflichteten. Im 26. Vereinsjahr übernahm Carl Escher von dem Rädlein-Nachfolger Fritz Kreutzberger das Amt des 1. Vorsitzenden. Als solcher hat er das Erbe seiner beiden verdienstvollen Vorgänger 26 Jahre lang mit seiner ganzen Liebe zur Heimat und zur Wandersache, mit der ihm eigenen Tatkraft und Organisationsgabe und mit seinem in schwierigen Situationen besonders bewährten Humor. Dem Erfolgswirken Eschers im nunmehr 61-jährigen Thüringerwald-Verein fehlte es nicht an sichtbaren Merkmalen. Unter seiner Betreuung wuchs die Vereinsfamilie von knapp 300 auf über 400 Mitglieder. Die Grundlage zur Fortentwicklung dieser Gemeinschaft naturverbundener und heimatverpflichteter Menschen legte Escher 1952 durch seine Initiative zur Gründung der Wanderjugend im Verein. Nach dem Zweiten Weltkrieg, zu dessen Folgeerscheinungen auch die Auflösung des Thüringerwald-Vereins im mitteldeutschen Raum gehörte, stellte sich Escher an die Spitze der Befürworter des Gedankens, mit dem Coburger Thüringerwald-Verein als der letzten verbleibenden Säule die Substanz des um Heimatpflege und Landesgeschichte anerkannt verdienten Traditionsverbandes zu erhalten, dem in ganz Thüringen über 16000 Wanderfreunde in rund 155 Zweigvereinen angehört hatten. Außerordentliche Verdienste hat sich Escher um die Verwandlung eines Schandflecks in der Coburger Landschaft zu einer echten Oase der Ruhe erworben: Seiner Initiative ist es zu verdanken, daß der im 30. Jahr nach seiner Errichtung bereits baufällige Alexandrinenturm auf der Sennigshöhe, dem höchsten Punkt unserer heimischen Landschaft, als Gefahrenmoment rechtzeitig ausgeschaltet und gesprengt und daß auf seinem Fundament unter Verwertung der brauchbaren Gesteinsreste die seit 1952 vereinseigene Alexandrinenhütte im Frühjahr 1936 als schmucke Schutzhütte für heimatverbundene Wanderer errichtet wurde. Diese Hütte, die seitdem nicht nur von vielen himmlischen Stürmen heimgesucht wurde, sondern auch mit dem Jahr um Jahr anwachsenden Ansturm naturfreudiger Besucher der Langen Berge fertig werden muß und dank eines einsatzfreudigen Hüttendienstes auch fertig wird, ist Carl Eschers Werk. Als solches bleibt sie nun erst recht die Stätte, in der die Erinnerung an den pflichtbewussten, der Heimat mit nachahmenswertem Idealismus dienenden Coburger Wandersmann lebendig erhalten wird. Der Gattin des Verstorbenen, die ihrem Lebenskameraden auch in seiner Fürsorge zum Wohl der Heimat und für die solchem Anliegen dienende Familie des Thüringerwald-Vereins stets aktiv teilhabende Gefährtin gewesen ist, sind und bleiben wir in aufrichtiger Anteilnahme verbunden. Erst recht der Verpflichtung, Carl Eschers Lebenswerk als uns anvertrautes Vermächtnis in Ehren zu halten und danach in Dankbarkeit und Treue zu handeln und zu leben. W. U.
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