Alle Kommentare geben ausschliesslich die Meinung und Einschätzung des Verfassers wieder, nicht eine Stellungnahme des Thüringerwald-Vereins Coburg.

Coburg Albertsplatz alt

Für Gesprächsstoff sorgten ab dem Frühjahr  2009 Pläne zu einer Neugestaltung des Albertsplatzes, welche keinen Platz mehr für den beliebten Bratwurststand lassen. Eigentlich fällt dieser gar nicht so sehr auf, verschmilzt zumindest auf dem Bild oben fast mit dem Hintergrund.

Unten: eine woche späer, die Bäume haben inzwischen “ausgeschlagen” .

Muss eigentlich der letzte Quadratmeter Innenstadt “aufgestylt” werden, im etwas sterilen, aus- und aufgeräumten  “Frau-Saubermann-Design”?

Coburg Albertsplatz 2009
Coburg Albertsplatz Zustand 2009

Derselbe Blick August 2009, nach einer Hitzeperiode...

DSC_8673k

nochmals April

DSC_0242k

Und wieder August, ein trotz allem intaktes Blätterdach....

Zwei Tage zuvor waren Presseberichte veröffentlicht worden, wonach diese Linden teils gefällt, teils an andere Stellen im Stadtgebiet versetzt werden und durch Neu-Anpflanzungen des “Japanischen” Schnurbaumes ersetzt werden sollen. Dieser gilt als besonders geeignet für innerstädtische Bereiche. Erwartungsgemäß blieb dies nicht ohne Protest-Reaktionen...Es entspann sich in den folgen Tagen eine heftige,in den Tageszeitungen ausgetragene Kontroverse.

 

DSC_0251nk

Der “japanische” Schnurbaum ist ein Exot, wenn er in Wirklichkeit auch nicht aus Japan stammt. In Europa wird er als Park- und Straßenbaum seit geraumer Zeit angepflanzt, wie ein mir vorliegendes, immerhin schon 25 Jahre altes Handbuch ausweist. Der botanisch nächst verwandte, hier verbreitete Baum ist die Robinie. Der “Schnurbaum” blüht ginsterähnlich - gelb.  Dennoch bleibt die Frage offen, ob die Ver- und Neupflanzungsaktionen sinnvoll und notwendig sind.Im Zweifel sollten zudem immer heimischen Arten der Vorzug gegeben werden.Es heißt zwar in der Literatur, die Sommerlinde sei anfällig gegen Luftverschmutzung usw., nur in der Realität lässt sich dies nicht ohne weiteres bestätigen - siehe z. B. die Lindenallée an den Turnerschafts- Parkplätzen. Wenn alle Linden im Einwirkungsbereich von Straßen versetzt werden müssten, dann wäre viel zu tun, auch in Coburg.

Dass nun die Parkplätze ganz wegfallen und lediglich für Anwohner eine Tiefgarage geschaffen werden soll, finde ich zudem nicht gut. Ich bin auch nicht für die “autogerechte Stadt”, aber alles sollte auch nicht Fußgängerzone werden.

Außerdem sehe ich einen gewissen Widerspruch zu dem angeblich notwenigen Austausch der Linden gegen abgasresistente Exoten.

H.D.Bürger 

Am 17. Sept. 2009 wieder etwas Neus von den Albertsplatz-Bäumen. Versetzt werden sollen sie nach wie vor, ersetzt aber durch eine andere, exotische Baumart aus der Familie der Hülsenfer 40 m!) geschildert.  ürüchtler, diesmal die Gleditschie. In meinem Naturführer wird dieser Baum als “sehr hochwüschsig, bis zu 40 m soll er werden.

Mögliche Erklärung für die “Verpflanzung”: die Eingriffe in die Tiefbau-Substanz am Albertsplatz sind so, dass die jetzt stehenden Bäume deswegen nicht verbleiben können!

Neustadt b. C. Lindenstraße

Kommt einer Enteignung gleich"

(ein Leserbrief in der “np” v. 9.9.09

Offener Brief an OB Kastner zur Sanierung der Ketschenvorstadt:

Als Bürgerin dieser Region, die noch sehr gern in Coburg und da insbesondere in der Ketschengasse einkauft, bin ich entsetzt, wie dilettantisch eine Sanierungsmaßnahme in Coburg geplant wird. Ich bin deswegen so entsetzt, weil die berechtigten Sorgen und Nöte, die aus dem Leserbrief von Frau Frind (NP vom 26. August) zu hören sind, überhaupt nicht zur Kenntnis genommen, sondern vielmehr mit Panikmache abgetan werden. Mögliche Ladenschließungen werden sehr wohl in der Stadtverwaltung diskutiert, ein Punkt, der einer Enteignung, somit eines Verstoßes gegen Artikel 14 GG gleichkommt. Eine Existenz ist vernichtet, wenn der Laden zugemacht 'wird. Mir verschlägt es den Atem, wenn ich das zu Ende denke! Frau Frind wendet sich, berechtigterweise, an die Öffentlichkeit, da auch in Coburg demokratische Spielregeln immer mehr außer Kraft gesetzt werden.

Vielmehr würde ich es begrüßen, eine behutsame Sanierung mit den Ladenbesitzern zu erörtern, die - wie in anderen Städten auch - ohne Verluste für den Mittelstand in Coburg einhergehen. Bislang wurde, entgegen der Stellungnahme des Stadt-Pressesprechers, wenig dazu beigetragen, hier zu einer wohlwollenden Prüfung und zu verbraucherfreundlichen Lösungen zu kommen. Wenn die Sanierung wie diskutiert über einen solch langen Zeitraum geschehen soll, und ich als Kundin viele Mühen auf mich nehmen muss, dann werde ich, wie viele andere auch, ausweichen - neue Ziele gibt es genug.

Und das alles gerade in diesen schweren Zeiten. Was meinen Sie wohl, wer das Geld, das Sie ausgeben, erwirtschaftet? Was meinen Sie wohl, was passiert, wenn alle Einzelhändler und mittelständischen Unternehmer die Koffer packen?

Coburg ist keine besucherfreundliche Stadt. Wenn man einkaufen will, somit den Einzelhandel stärken will, (immer mehr Geschäfte verschwinden), wird es einem schwer gemacht, ohne ein Knöllchen die Stadt zu verlassen. Schön für Sie, schlecht für die Wirtschaft. Ich empfehle Ihnen einmal eine Reise nach Meran, eine wunderschöne Stadt, knöllchenfrei. Man ist willkommen!

Ganz so unrecht hat die Leserbriefschreiberin nicht. Wie zu hören war, sollen auf dem Albertsplatz wegfallen. Einige Coburger setzten nun noch eins drauf und wollen auch die Linienbusse aussperren. Die Struktur des Einzelhandels im Bereich Ketschengasse/Albertsplatz ist aber auf schnelle Kunden angewiesen, zudem befinden sich dort auch Einzelhandels- und Serviceunternehmen, die auf Geh-und Stehbehinderte und ältere Mirbürger eingestellt sind. Gerade dieser Personenkreis ist aber auf die leichte Erreichbarkeit angewiesen.

H.D.Bürger

Unten: Linienbus am Albertsplatz, für Manche ein Problem....Wer sich derzeit in Erinnerung bringen möchte, profiliert sich damit. Sind auswärtige Besucher hier eigentlich noch erwünscht?

Coburg Albertsplatz Bushaltestelle

Da müsste man hier schon eher Bedenken haben (Bild unten)

DSC_0267Bus_georgengk

Also sind die Argumente nicht sehr überzeugend.

Am 24. Sept. 2009 hat der Stadtrat mit großer Mehrheit den bisher vorliegenden Entwurfsplan zur Sanierung der Ketschenvorstadt beschlossen und damit im Ergebnis eine Initiative zur Verlegung der Busnhaltestelle abgelehnt.

Damit ist dieses Thema nicht zur Ruhe gekommen. Immer wieder melden sich Leute zu Wort, welche die Busse ganz aus der so genannten Ketschenvorstadt verbannen möchten. Die Argumente sind bisher wenig überzeugend. Wer etwa meint, die Busse würden die Schulkinder gefährden, der möge sich doch einmal den Schulbusbetrieb an jeder Schule im Umland betrachten. Und die Busfahrer verhalten sich im allgemeinen so umsichtig und rücksichtsvoll, wie wir uns es von jedem Privat-PKW-Fahrer wünschen würden. Es ist auch sicher nicht sinnvoll, den Taxenstand vom Marktplatz an den Albertsplatz zu verlagern. Lärm und Erschütterung durch die “Stadtbusse” (gemeint wohl die Fahrzeuge der SÜC GmbH: siehe das Bild oben. Was sollen diese Anwohner wohl sagen? Was sollen die Anlieger an der Durchgangsstrasse in Rödental oder Dörfles sagen?

Inzwischen hat sich der Stadt nochmals damit befaßt. Demnach wird es auch nach der Neugestaltung von Albertsplatz und Ketschengasse einen Bushalteplatz geben.

 

Coburg Albertsplatz Demo
Coburg Albertsplatz

Diese Demo am 4. Okt. 2009 hat letztlich nichts gebracht. Am 1. Dezember gingen die Fäll- und Verpflanzungsaktionen los; der gesamte Albertsplatz ist Baustelle.

Die Beseitigung immerhin einiger Parkplätze pünktlich zum Weihnachtsgeschäft ist ganz sicher ein ausgezeichneter Beitrag zur Belebung der Innenstadt. Nachtrag hierzu: einge Tage später sind die Parkplatze - vorläufig? - wieder freigegebenworden.

DSC_2970MRZ10
DSC_2972mrz10k

Während der Bauarbeiten (hier: 25. 3. 2010) geht die öffentliche Diskussion durchaus weiter, wie verschiedene kontroverse Stellungnahmen in den Tageszeitungen beweisen.

Kontakt   Impressum

Zur Gesamt-Übersicht der Website: sitemap