Auf den Spuren von Friedrich Fröbel
 

Rund um Oberweißbach mit Günther Völk
 

Eine kleine erlesene Schar fuhr mit Pkws über Eisfeld und Neuhaus nach Cursdorf, wo sie auf einer Anhöhe vom Wanderführer Günther Völk mit zwei Wandersprüchen begrüßt wurden. Einer galt dem Wetter, der andere der Heiterkeit.
Über Cursdorf erhob sich die Meuselbacher Kuppe, hinter sich das Schwarzatal erstreckt.   Der Weg führte auf dem Cursdorfer Lehrpfad, der mit entsprechenden Hinweisschildern versehen war, entlang. Markant zeigte sich der 10 km entfernte “Lange Berg”. Nicht dunkle Wälder und tiefe Täler beherrschten das Landschaftsbild, sondern offene Flächen, die viel Abwechslung boten. An einem Sühnekreuz stand der Spruch "Alle Wege führen zu Gott, der eine über den Berg". Regen konnte die gute Stimmung nicht trüben. Auf einer gerade zu idealen Strecke, wie sie nicht schöner sein konnte, gelangte die Schar zum Fröbelturm, der vom Thüringerwald-Verein errichtet wurde. Ein warmes Getränk tat allen wohl.
Ein Kräuterweg wartete mit Hütten auf, die Schutz vor Kälte und Regen bieten und zur Rast einladen. Ausführlich wird auf Pflanzen und Tiere hingewiesen. Die Wanderer labten sich an diversen Beeren und sahen getrocknete Bündel von Heilkräutern in der Kräuterhütte. Als eine Besonderheit erwiesen sich die so genannten Handtücher, die aufgrund von Erbteilungen im Laufe der Jahrhunderte entstanden. Bevor in  Oberweißbach das lohnenswerte Memorialmuseum von Friedrich Fröbel besichtigt wurde, suchte die Wanderschar das Grab seiner Eltern im Friedhof auf. Im Pfarrhaus erblickte der bekannte Sohn der kleinen Stadt das Licht der Welt. Er begründete eine Kulturpädagogik, die sich vor allem dem Kind im Vorschulalter widmete. So ist ihm auch der "Kindergarten" zu verdanken. Sein Spielzeug und seine Beschäftigungsmittel haben im Grunde  ihre Gültigkeit bis in unsere Zeit behalten.

Oberweißbach erlangte seit dem 17.  Jahrhundert Bedeutung durch die Herstellung von "Olitäten" und ihrem Vertrieb. Diese  gerieten aber mit der Entwicklung von Medizin und Pharmazie in Verruf und wurden schließlich untersagt.
Nach dem großen Brand von 1857  entstand Oberweißbach fast völlig neu. Erhalten blieb die Barockkirche mit 2000 Plätzen und drei Emporen, auch der "Thüringer Dom" genannt. Die Kanzel, auf der 12 Personen Platz finden sollen, gilt als größte Europas. Auf ihrem Parament stehen die Worte "Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren". Anhand einer Bilddokumentation sahen die beeindruckten Wanderer die Fortschritte der Renovierungsmaßnahmen.
Nach diesen  Besichtigungen erlebte die Schar ein einzigartiges Landschaftsbild und trank den vom Wanderführer spendierten Kräuterlikör.
Die Aufmerksamkeit galt ferner der Bergbahn, die von Obstfelderschmiede nach  Lichtenhain führt. Sie stellt eine technische Einmaligkeit dar und entstand 1923. Ihre Länge beträgt 1360 m und gehört zu den steilsten Schienenwegen der Welt. Liebhaber legten eine weitere kleine Strecke bis zur Gaststätte "Waldschänke " an. Begleitet von der Bahnstrecke wanderte die Gruppe zum Endziel Cursdorf, wo eine gemütliche Schlusseinkehr den einmaligen Tag in einem  Naturparadies beschloss. Der Dank galt demzufolge dem Wanderführer Günther Völk.
Renate Haenel
Wegen der “Olitäten” interner link Leipziger Turm

Wegen Fröbelturm Farnkrautwimpel
 

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