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Der nachfolgende Text stammte - natürlich - von Werner Ungelenk. Als sein Nachfolger konnte ich einerseits darauf aufbauen, habe mir aber bei verschiedenen Gelegenheiten die Freiheit genommen, dies zu ergänzen. Dies hat Niederschlag in verschiedenen Ausgaben des “Farnkraut” der 90er Jahre und dann natürlich bei den großen Jubiläen der Jahre 2007 und vor allem 2011 seinen Niederschlag gefunden. Hierzu die “internen links” Coburger Tageblatt 25. 03.1936 Die Zusammenfassung der Geschichte des Thüringerwald-Vereins ist ein vordringliches Anliegen dieser Zeitschrift. Daß wir diese historische Aufgabe einleiten mit einer Übersicht über die Entwicklungsgeschichte unserer Alexandrinenhütte, hat seinen aktuellen Anlaß in der Tatsache, daß unsere Hütte Mittelpunkt der Schlußkundgebung des 64. Deutschen Wandertages am 6. Mai 1963 sein wird. Es hat seinen Grund aber auch darin, daß der 1905 auf der Sennigshöhe gelegte Grundstein identisch ist mit dem Grundstock, aus dem sich unser Coburger Zweigverein entwickelt hat. Durchlauchtigste Frau Herzogin! Gnädigste Fürstin und Frau! Genehmigung durch Herzogin Alexandrine am 25. VI. 04 erteilt. Am 8. XI 04 500 M Zuschuß bewilligt Umfangreiche Vorarbeiten waren zu leisten, erhebliche finanzielle Schwierigkeiten zu meistern, ehe der stattliche Turm, der bald zu einem der schönsten Aussichtspunkte unserer Coburger Heimat werden sollte, am 27. Mai 1906 seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Um dieses Werk auch finanziell erfolgreich abschließen zu können, hatte sich der seinerzeitige „Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs e. V. Coburg" u. a. an den Thüringerwald-Hauptverein in Eisenach, dessen korporatives Mitglied er war, mit der Bitte um einen Zuschuß gewandt. Der Bitte wurde durch die Bewilligung des damals erheblichen Betrages von 500 Mark entsprochen. Allerdings knüpfte der Hauptvorstand in Eisenach an diese Bewilligung die Erwartung, daß nunmehr auch in Coburg der Thüringerwald-Verein einen Zweigverein erhalte. Der Vorsitzende des Alexandrinenturm-Comites, Kaufmann Max A p p e l, hat diese Erwartung des Eisenacher Hauptvereins unverzüglich dem wanderfreudigen Coburger Turnlehrer Emil Rädlein unterbreitet und in ihm sofort einen begeisterten Befürworter der Eisenacher Anregung gefunden. Coburgs begehrtestes Wanderziel Freilich reichte die bescheidene Finanzkraft des im ersten Jahr auf 180 Mitglieder angewachsenen Thüringerwald-Vereins nicht aus, die nicht unerheblichen Mittel zur Erhaltung des Turmes entscheidend zu stärken. Der herrliche Ausblick, den dieser Turm zu den Höhen des Frankenwaldes, des Fichtelgebirges, der Berge des Main- und Haßgaues und zum Thüringer Wald hinüber bot, hat ihn sehr schnell zu einem begehrten Wanderziel vor allem der Schuljugend werden lassen. Nach 30 Jahren bereits gesprengt In diesem Augenblick ergriff der damalige Regierungsinspektor Carl E s c h e r , seinerzeit bereits 1. Vorsitzender des Thüringerwald-Vereins, die Initiative zu dem Vorschlag, aus dem Material des gesprengten Turmes eine Schutzhütte für Wanderer errichten zu lassen und den Thüringerwald-Verein mit der Betreuung dieser Hütte zu beauftragen. Eschers seinerzeitiger Amtsvorstand, Bezirksoberamtmann D e h l e r , hat, ebenso wie sämtliche Mitglieder des Kreistages, diesem Vorschlag von vornherein großes Interesse entgegengebracht. Architekt Max von Berg wurde alsbald beauftragt, nach den Vorschlägen Eschers einen Entwurf vorzulegen. Mit Hilfe der tatkräftigen Mitarbeit heimischer Handwerker, an ihrer Spitze Maurermeister Enno Geisthardt, Meeder, Baumeister Eichhorn, Unterlauter, Schreinermeister Bischoff, Meeder, Klempnermeister Eichhorn, Meeder, und Brunnenbohrer S c h e l e r , Rossach, war es möglich, im Zeitraum von knapp vier Monaten eine massive und architektonisch wirkungsvolle Schutzhütte auf den Turmfundamenten zu errichten und die Alexandrinenhütte bereits am 18. Juli 1936 ihrer Bestimmung zu übergeben. Dieses Ereignis stand im Zeichen außerordentlich starker Beteiligung der Coburger Stadt- und Landbevölkerung, an deren Spitze das Coburger Herzogspaar dem Weiheakt beiwohnte. Knapp zwei Jahre nach diesem Ereignis sah sich der Thüringerwald-Verein infolge der nicht mehr ausreichenden Raumverhältnisse veranlaßt, durch Baumeister Eichhorn, Unterlauter, hinter der Schutzhütte ein Blockhaus errichten zu lassen, das am Himmelfahrtstag 1954 seiner Bestimmung übergeben wurde. Das Blockhaus trug zunächst der Notwendigkeit Rechnung, als Abstellraum die räumlich beengte Schutzhütte zu entlasten. Sehr bald schon aber ging der Verein noch einen Schritt weiter und ließ durch Schreinermeister Hugo R o t h , Rodach, das Blockhaus in einen zusätzlichen Aufenthaltsraum mit landschaftsgebundener Einrichtung verwandeln. Dem zunehmenden Besucherstrom ließ der seit Errichtung der Schutzhütte von treuen Wanderfreunden ehrenamtlich übernommene Hüttendienst jederzeit eine mustergültige Betreuung angedeihen. Das Amt des Hüttenwartes hat Carl E s c h e r als Vereinsvorsitzender bis zum Jahre 1959 selbst geführt. Von ihm hat Claus D i e r c k s die verantwortungsvolle Aufgabe übernommen, die er infolge beruflicher Veränderung an Horst E g g e r t weitergeben mußte. Nunmehr versieht Hilmar M a n d l e r den arbeitsreichen Posten des Hüttenwarts, wie seine Vorgänger tatkräftig unterstützt von seiner Gattin und von der Hüttengemeinde innerhalb des Vereins, deren Mitglieder zum Teil bereits jahrzehntelang mit großem Idealismus ihren ehrenamtlichen Dienst versehen. Dieser turnusmäßig vergebene Dienst beginnt jeweils am Samstag mittag und endet am Sonntag abend. Es ist die Aufgabe dieses Hüttendienstes, für die besuchenden Vereinsmitglieder und vereinsfremden Wanderer die Hütte stets in gastlicher Bereitschaft zu halten und bei gutem Wetter die im Hüttenkeller aufbewahrten Tische und Bänke im Schatten der Ulme vor dem Haus oder auf der zwei Meter breiten überdachten Veranda der Hütte aufzustellen, um hier im Bedarfsfall weit über 100 Menschen Sitzgelegenheit zu bieten. Darüber hinaus sorgt der Hüttendienst für Sauberkeit und Ordnung im gesamten Hüttenbereieh, zu dem auch die Raum zu Zeltlagern bietenden angrenzenden Waldungen gehören; er trägt die Verantwortung für alle notwendigen kleineren Reparaturen; und selbstverständlich sorgt er für Erfrischung, notfalls sogar für eine warme Suppe, wenn Wandersleute Zuflucht vor Sonne oder Regen in dieser Schutzhütte suchen. Alles, was diese Hütte birgt, hat der Thüringerwald-Verein in Gemeinschaftshilfe zusammengetragen, angefangen bei der stets aktionsbereiten Hausapotheke bis zur gesamten Innenausstattung der behaglich holzverkleideten Gästestube im altdeutschen Stil und der freundlichen kleinen Küche. Es fehlt bei dieser zweckmäßigen Einrichtung weder der Gaskocher, noch der Kühlschrank, noch der Kohleherd. Es fehlt auch nicht die von der Propangasflasche gespeiste Beleuchtung und es fehlt vor allem nicht an einem Schlafraum mit ausreichend Betten für Hüttenwart und Hüttengemeinde. Auch die aus 32 Meter Tiefe schöpfende Wasserpumpe vor der Hütte ist der Vereins-initiative zu verdanken. Im Rückblick auf die Geschichte der Alexandrinenhütte kann nicht verhehlt werden, daß der Thüringerwald-Verein mit der Betreuung dieses dem Allgemeinwohl dienenden Wanderzieles eine nicht leichte Aufgabe übernommen hat. Auch der Krieg ist nicht spurlos an dieser Hütte vorübergegangen. Aber die Idealisten des Vereins haben es verstanden, alle Wunden zu heilen und stets opferbereit dafür zu sorgen, daß der Besuch auf der Sennigshöhe für jeden, den es dorthin zieht, um seine Blicke weit über das fränkische und das thüringische Land schweifen zu lassen, zu einem nachhaltigen heimatlichen Erlebnis wird. |
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