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Goldbergsee, Stand Juli 2008. Erst durch die Schneeschmelze Jan. 2011, nach langer Trockenheit ergänzt durch die heftigen Regenfälle im Sommer desselben Jahres hat sich ein zufriedenstellender Wasserstand eingestellt. Zur Fotogalerie Goldbergsee |
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Nahezu immer wenn es um Hochwasserschutz für Coburg geht, dann geht es auch um mehr oder meist weniger ausgedehnte Rückhaltebecken. Und nahezu immer, wenn es um Seen geht, dann geht es auch um die Freizeitnutzung. In diesem Zusammenhang geht oft die Phantasie durch. Ich habe das nun seit Jahrzehnten mit verfolgt, denn ich wohnte einige Jahre in Coburg genau am Zusammenfluss von Itz und Lauter, also in einem der am meisten durch Hochwasser bedrohten Bereiche. Unvergesslich etwa jener Feiertag „Dreikönig“, als wir durch Sirenen geweckt worden sind. Die Callenberger Straße stand bereits unter Wasser. An drei größere „Hochwasserereignisse“ in der Zeit von 1979 – 1987 kann ich mich erinnern, das letzte war 1986, der Froschgrundsee war szt. zwar noch nicht offiziell eingeweiht, aber schon wirksam. Dass auch die Hochwässer aus Sulz und Lauter ausreichen, um in Coburg Straßen unter Wasser zu setzen und Keller, Unterführungen und Tiefgaragen zu fluten, wissen wir. Von meinem jetzigen Wohnsitz in Dörfles aus habe ich auch freien Blick auf das Tal der Itz. Schon so manches mal hat sich dieses in eine Seenlandschaft verwandelt, wenn auch nur vorübergehend. Während früher die Coburg – Hochwasser sich früher meist im Winter bei plötzlichem Tauwetter oder im Frühjahr bei der Schneeschmelze abspielten, konnten wir die Itztal-Seenplatte öfters im Sommer oder Herbst bewundern. Das Projekt „Goldbergsee“ war schon in den 80er Jahren aktuell – und umstritten, insbesondere was die Lauter – Überleitung angeht. Ein anderes Projekt aus jenen Tagen scheint dagegen in der Schublade verschwunden zu sein, nämlich ein weiterer Stausee bei Neukirchen. Auch damals uferten schon Freizeitpark – Ideen aus. Auch beim Froschgrundsee hält sich die Freizeitnutzung in Grenzen. Wie wir eigentlich alle wissen, ist die Sulz im Normalfalle eher ein Bach mit nicht allzu mächtiger Wasserführung. Sicher lässt sich hier kein gewaltiger See aufstauen. Nicht zu Unrecht wurde daher seitens des Naturschutzes während der Planungsphase vorgeschlagen, es bei einem “Grünsee” zu belassen, der nur bei Hochwasser angefüllt wird. Es verwundert daher doch sehr, wenn in der „np“ v. 7. 8. die (rhetorische?) Frage nach einer „Flutung“, formuliert von einem Stadtratsmitglied steht, und dieses mitten in der „Vogelschießen“-Zeit, wo sonst kommunaler Burgfrieden herrscht. „Geflutet“ wird der Goldbergsee beim nächsten Hochwasser. Ansonsten war der Sommer im allgemeinen recht trocken, auch wenn das manche anderes empfunden haben. Das Projekt dient eben in allererster Linie dem Hochwasserschutz H D. Bürger. Zu diesem Thema ein Leserbrief Zum Thema Lauterüberleitung ein Leserbrief in der „np“ v. 04.09.09 (von dem webm. lediglich Personen - Namen gelöscht: Will man Lautertal bei der Lauterüberleitung „über den Tisch ziehen"? Es sieht ganz danach aus! Am 18. Oktober 2000 wurde vom Wasserwirtschaftsamt Hof im Lautertaler Rathaus das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt und eine dreiseitige DIN-A-4-Beschreibung mit technischen Daten verteilt. Darin heißt es unter anderem: „Die Planung sieht vor, nördlich der Bebauungsgrenze von Oberlauter (zwischen Papierfabrik und der Fischzuchtanlage) ausschließlich die über vier Kubikmeter pro Sekunde hinausgehenden Hochwasserabflüsse des Lauterbaches bis zum Bemessungshochwasser HQ 100 (circa 21,5 Kubikmeter pro Sekunde) in das Hochwasserrückhaltebecken Goldbergsee überzuleiten. Dazu sind in diesem Bereich ein Dosierbauwerk, ein Einlaufbauwerk zum Stollen sowie ein überströmbarer Damm beabsichtigt." ... „Mit der Überleitung von Hochwässern des Lauterbaches über vier Kubikmeter pro Sekunde lassen sich die Abflüsse in den Flussabschnitten unterhalb der Überleitungsstelle (oberhalb von Oberlauter) bis zur Einmündung des Sulzbachs in den Siedlungsgebieten unter den bordvollen Abfluss reduzieren. So wird mit der Lauterbach-Überleitung der Hochwasserschutz von Ober- und Unterlauter, des Stadtteils Berteisdorf und der oberhalb der Sulzbachmündung liegenden Bereiche des Stadtteiles Neuses der Stadt Coburg erreicht." Dies ist deckungsgleich mit Ausführungen des Wasserwirtschaftsmts Hof im „Erläuterungsbericht zum Raumordnungsverfahren" vom 16. Februar 1998. Bezogen wird auch auf „Untersuchungen des Instituts für angewandte Wasserwirtschaft München vom Dezember 1988 mit der Aussage: „Übergeleitet werden sollten alle Abflüsse des Lauterbaches über vier Kubikmeter pro Sekunde." Der Lautertaler Gemeinderat ließ sich überzeugen, zumal es hieß, dass in hoch wasserfreien Zeiten „die Röhre" trocken bliebe. Nun kommen neue Töne. Von Einwohnern in Bürgerversammlungen seit Jahren angesprochen und von Vertretern der Gemeinde mit dem Hinweis auf vertragliche Vereinbarungen beantwortet, verkündigte ein Vertreter des Wasserwirtschaftsamts Kronach dem Gemeinderat, dass mit der Überleitung von Hochwässern über vier Kubikmetern pro Sekunde der komplette Hochwasserschutz für Lautertal noch nicht gewährleistet sei! Da fragt sich der Bürger, ob die Experten in Kronach anders rechnen als die in Hof? Oder braucht man ein anderes Ergebnis? Natürlich ist den „Wassermännern" wohlbekannt, dass die Flusskrebse in der Sulz-Pegelmessstelle Kösfeld in trockenen Sommerwochen Mühe haben, den Kopf unter Wasser zu halten, wenn sie im seichten Wasser über das zwei Meter breite Kiesbett krabbeln und mit ihrem Panzer an der Wasseroberfläche „Kiellinien" ziehen. Für die Krebse reicht das -für den Freizeitsee nicht. Für ihn braucht man Frischwasser. Und wo soll das herkommen? Nun raten Sie mal... Dabei wird mit blumigen Schwärmereien über die Ausgestaltung verdrängt, dass der See mit dem Hochwasserschutz der Stadt überhaupt nichts zu tun hat! Hierfür braucht man ein Rückhaltebecken und einen Sperrdamm mit definiertem Abfluss. So wie das von der Stadt am Rottenbach gebaute Rückhaltebecken. Ohne „Schnakentümpel", dafür mit Platz für ein wertvolles Biotop. Konflikte mit der Gemeinde Lautertal wegen der Lauterüberleitung zum “Goldbergsee” sind nichts neues. Ich erinnere mich jedenfalls noch gut aus meiner Zeit, in welcher ich in Coburg mitten im Hochwassergebiet gelebt habe, wie schon oben erwähnt. Nach meiner Einschätzung dient aber der “Goldbergsee” sehr wohl dem Hochwasserschutz. Die Überleitung sollte daher aus Gründen der Ökologie nur wirklich im Falle des Hochwassers erfolgen, denn im Normalfall ist auch die Lauter ein eher kleines Gewässer. Ergänzung Feb. 10: Das mit der “Flutung” im Januar war wohl nix. In einem anderen Sinne könnte es bald zur Flutung kommen, wenn sich nämlich der “Goldbergsee” als das bewähren muss, was er eigentlich ist: nicht Freizeitanlage, sondern Hochwasserschutz, wenn auch derzeit “nur” für das Einzugsgebiet der Sulz!. Nach der Rekord-Schneelage braucht es nur zu einem raschen Temperaturanstieg, verbunden mit Regen, zu kommen. In der “np” v. Do, 18. Feb. 2010 erinnerte Frank Reißenweber an die Verpflichtung aus dem Planfeststellungsverfahren, Wasser erst dann von der Lauter abzuleiten, wenn an der Entnahmestelle mehr als 4 cbm/sek ankommen. Wasser darf dagegen nicht lediglich zur Kompensation zu niedriger Wasserstände am Goldbergsee in warmen Sommern abgeleitet werden. Es wird sich zeigen, inwieweit das Wasser der Sulz ausreicht, um den erwarteten Wasserstand auf Dauer zu sichern. -hdb-
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