|
Aus „Das Farnkraut“ Nr. 3/2005
Wieder einmal war es uns gelungen, einen kompetenten Referenten für heimatkundliche und heimatgeschichtliche Themen zu gewinne, Hans Schömburg (Schonungen). Es wäre wünschenswert, wenn mehr jüngere Leute bereit wären, sich hier zu engagieren. Auch die Neigung der lokalen Tageszeitung hat in den letzten Jahren hier sicher nicht zugenommen. Einerseits wird gerade hier besonders oft auf die alternde Gesellschaft hingewiesen, andrerseits aber eine manchmal verkrampfte Jugendlichkeit hervorgekehrt.
Fotografische Streifzüge durch die Hassberge
Wer nicht zum Oktober-Waldabend gekommen ist, der hat leider viel versäumt, nämlich einen der schönsten Diavorträge der letzten Jahre. Der Autor Hans Schömburg (Schonungen) hatte uns bereits im Vorjahr mit seinem Vortrag über Friedrich Rückert erfreut und ist deshalb kein Unbekannter mehr bei uns. Schömburg ist auch als Buchautor hervorgetreten mit einem Werk, in dem er Gedichten von Friedrich Rückert eigene Fotografien zur Seite gestellt hat („Der Strom des Mains", Schweinfurt 1989, ISBN 3-9802305-0-3). Dennoch hätten wir uns etwas besseren Besuch gewünscht, aber vielleicht lag dies an dem ungewöhnlich schönen Herbstwetter. Thema des Abends waren die Hassberge. Nun liegen diese ja tatsächlich sozusagen vor unserer Haustür, wir wandern alljährlich mehrfach dort und so glaubt natürlich jeder, diese Landschaft recht gut zu kennen. Mir ging es jedenfalls so: erst als ich den Vortrag aufgenommen habe und dann zu Hause nachgearbeitet, u.a. anhand des Touristik-Prospektmaterials, wurde mir bewusst, wie unwahrscheinlich reich und vielfältig diese Landschaft eigentlich ist, obwohl ich natürlich vieles davon im einzelnen schon kannte. Unglaublich allein die vielen Schlösser, Burgen und Ruinen. Es gab wohl wirklich niemandem der an diesem Oktober-Waldabend nicht etwas Neues über diesen Landstrich erfahren hätte. Vorbereitet und eingestimmt wurden wir durch etliche touristische Prospekte, die der Autor mitgebracht hatte. Wer hätte schon auf Anhieb Beispiele für die verschiedenen Stilepochen nennen können, etwa dass in Obermerzbach eine Kirche romanischen Ursprungs steht, somit die wohl älteste in diesem Umkreis oder dass der Bettenburg-Schlosspark ein Beispiel für Klassizismus und Historismus darstellt? Die Wanderung begann in der Kreis-Hauptstadt Haßfurt mit einigen Details der „Ritterkapelle" und führte über Zeil und die „Hohe Wann" nach Königsberg. Unfinden, Gossmannsdorf und die „Bettenburg" waren weitere Stationen. Der „Rennweg" (Markierung „R") ist einer der Hauptwanderwege in den Haßbergen. Die „Schwedenschanze", Friesenhausen, Birkenfeld waren weitere Stationen. Kleinbardorf mit dem bedeutenden Judenfriedhof, Bad Königshofen, Brennhausen mit dem Schloss, der Bayernturm, Serrfeld - man sieht, wie umfassend dieser Vortrag ausgearbeitet worden ist. Es steckt darin die fotografische Arbeit von Jahren oder Jahrzehnten. Doch war der Diavortrag dank der Überblendtechnik - System „Kindermann" - keineswegs zu anstrengend. Dippach, Birkenfeld, Ditterswind, Marbach, Pfaffendorf, Altenstein - einmalig der Sonnenaufgang in dem gotischen Maßwerk der Burgruine! - Lichtenstein, Rotenhan, Eyrichshof, Raueneck, Frickendorf, Ruine Bramburg - Ebern, der Weißfichtensee, Weißenbrunn, Rentweinsdorf, Baunach, Kirchlauter, Ziegelanger mit dem „Abt- Degen-Steig", Gleisenau, Stettfeld, diese keineswegs vollständige Aufzählung soll ins Bewusstsein rufen, wie reich diese Region ist, nicht nur an Baudenkmälern, sondern auch an Naturschönheiten! Weitere Hauptwanderwege sind der „Burgen- und Schlösserweg" (Markierung: ein Turm, ähnlich der entsprechenden Schachfigur) sowie natürlich der „Friedrich-Rückert-Weg" (Markierung: Porträt Rückert), der ja u.a. von uns betreut wird, sowie natürlich der „Amtsbotenweg“ (Markierung: „Pickelhaube“). Alle waren von diesem Vortrag beeindruckt, mehr noch: begeistert. -hdb-
|