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Im Sonderheft 1964 auch die wohl schwärzeste Stunde des Thüringerwald-Vereins Coburg:

Für Sonntag, 3. Mai 1964 war ein Konzert des auch im Westen bekanntenund beliebten Musikanten Herbert Roth mit seiner Kapelle geplant und mit allem Einsatz und aller Energie vorbereitet worden. Als Veranstalter trat, wohlgemerkt, der Thüringerwald-Verein selbst auf. Und dann im letzten Augenblick die Absage aufgrund verweigerter Ausreise!  Erster Vorsitzender war szt. Franz Geßlein.

In der nachträglichen Betrachtung dürfen wir allerdings auch nicht die Konfrontation zwischen Ost und West und damit zwischen beiden deutschen Staaten vergessen: 1961 der Mauerbau, 1962 die Kuba-Krise, 1964 der sog. Freundschafts- und Beistandspakt zwischen UdSSR und DDR, die USA steuern auf den Vietnam-Krieg zu.

 

Eine bittere Enttäuschung
 

Unsere Vorfreude auf den Heimat- und Wanderliederabend, zu dem der Suhler Liedschöpfer Herbert R o t h mit seiner weithin bekannten Instrumentalgruppe am 3. Mai nach Coburg kommen sollte und wollte, ist leider arg enttäuscht worden. In letzter Minute ist das festvereinbarte Gastspiel daran gescheitert, daß die der Spielgemeinschaft bereits erteilte Genehmigung zur Ausreise aus Thüringen widerrufen wurde. Damit ist weitesten Kreisen der Bevölkerung unserer Coburger Heimat ein mit Freuden erwartetes Erlebnis versagt geblieben, das so recht geeignet gewesen wäre, unsere geschichtsträchtige Gemeinsamkeit mit den Nachbarn im thüringischfränkischen Grenzraum zu bestätigen.
 

So sehr wir bedauern, daß wir den Komponisten vieler mitreißender Wanderlieder nicht bei uns haben durften, so wenig kann uns das Veranlassung sein, auf das Bemühen um menschliche Begegnung mit unseren Nachbarn im Thüringer Land zu verzichten.
 

Wir danken an dieser Stelle den vielen hundert Mitbürgern und Freunden, die mit uns gewillt waren, den Abend mit Herbert Roth zu einem nachhaltigen Erfolg zu machen.

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