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Alle Kommentare geben ausschliesslich die Meinung und Einschätzung des Verfassers wieder, nicht eine Stellungnahme des Thüringerwald-Vereins Coburg. |
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An sich optimal: Zugänge von zwei Seiten, Spitalgasse und Marktplatz. |
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Die Autobahn ist keine Einbahnstrasse Der nachösterliche Schock, dass das Kaufhaus „WEKA“ schliessen würde, kam für viele völlig überraschend. Das letzte, was wir jetzt brauchen können, ist eine neue Auflage des Kommunalwahlkampfes. Offensichtlich steckt das herkömmliche Warenhaus in einer Krise. Im Wirtschaftswunder - Deutschland setzten die großen Warenhäuser einst Glanzlichter in unsere Städte. Ich erinnere mich noch lebhaft an die Faszination, als im “Hertie”, Bamberg in der Vorweihnachtszeit die Spielwarenabteilung neu eröffnet wurde. Staunend und träumend stand ich als kleiner Bub davor, mag mir auch schon bewusst gewesen sei, dass ich nur wenig von all den Herrlichkeiten bekommen würde.Heute scheinen die herkömmlichen Warenhäuser vielen überflüssig - zumindest die 300 derzeit deutschlandweit noch existenten. Vor mir liegt ein Büchlein, herausgegeben 90er Jahre im Roßteutscher-Verlag, Texte von Eva Herold; Titel: „Spitalgasse, 100 Jahre Handel und Wandel.“ Akribisch sind hier die wechselnden Nutzungs- und Besitzverhältnisse der „Spit“ aus hundert Jahren dargestellt. Wer dieses Büchlein durchblättert, dem wird bewusst, was wir hier nicht nur an wirtschaftlichen Werten, sondern wohl auch an Kulturgut verloren haben. Eine eigenständige, unverwechselbare Einzelhandelslandschaft in einer gewachsenen Altstadt ist für mich auch ein Stück Kulturgut. Stattdessen haben wir heute fast nur noch die überall gleichen Großfilialisten. Was nun speziell die Häuser Nr. 12 und 14 in unserer “spit” angeht, so hat es allerdings Wandel in Form wechselnder Nutzungsverhältnisse schon mehrfach gegeben. Um das Jahr 1900 war im Hause Nr. 12 das Konfektions- und Wäschegeschäft Fechheimer & Co. untergebracht. 1934 änderte sich das, wir ahnen, warum. Ab 1937 dann „Strumpf-Hartung“, bis 1958. Das Ladengeschäft war bei beiden Besitzern ausschließlich im Erdgeschoß. Im Jahre 1958 dann Umbau dieses Hauses zum „Kaufhaus Mohren“. Hier auch zunächst nur im EG Verkauf. Der große Umbau ist dann demnach 1975 erfolgt, nicht ganz klar mehr, ob erst dann der Gasthof „Zum Bären“, die Hs Nr. 14 mit in den Komplex einbezogen worden ist. Das eines unter vielen Beispielen nicht nur in Coburg, wie sich die traditionelle Gastronomie aus den Innenstädten zurückgezogen hat – auch dies ein Verlust an Kulturgut. Das „Kaufhaus Mohren“ musste 1983 unter den bisherigen Besitzverhältnisssen schließen; das Haus wurde von der „WEKA“ übernomm; immerhin 28 Jahre sollte dies währen. Im vergangenen Jahr 2008 wurde bekanntlich die Autobahn „A 73“ in voller Länge dem Verkehr übergeben. Schon bei der Diskussion um den Bau gab es Stimmen, die davor warnten, dass auch wirtschaftlich nur Vorteile zu erwarten sind. Benachbarte, größere Einkaufszentren sind nun näher gerückt und ganz offensichtlich nutzen nicht wenige diese Gelegenheit; schon am Samstag, 18. April rühmte sich ein Leserbrief in der „np“ ausdrücklich dieses Verhaltens. Man muss aber betonen, dass Jena, Bayreuth, Erlangen und Bamberg ganz einfach größere Städte sind, deren Einkaufszentren einfach immer mehr zu bieten haben werden. Da hilft kein noch so kluges Innenstadtkonzept. Vielleicht die Erfahrung und einsicht, dass die fahrt zu noch so tollen Einkaufszentren außerhalb in Wirklichkeit nur selten wirklich lohnt. Überdies ist die Konkurrenz der historischen Altstadt zum Einkaufszentrum auf der angeblich grünen Wiese nicht fair. Bauen in der Innenstadt unter Denkmalschutzbedingungen ist immens teuer. Auf der so genannten Grünen Wiese aber werden den Investoren keine ähnlich kostspieligen Auflagen gemacht, weder Standards in der Qualität der Architektur noch ökologischer Ausgleich. Beides wäre aber sehr angebracht. In billigster Bauweise in den Boden gestampfte Konsumtempel sind keine Zier für die Landschaft. Warum wird nicht „Kunst am Bau“ zur Auflage gemacht wie bei Bauten der öffentlichen Hand, warum keine ökologischen Ausgleichsflächen wie bei Verkehrsprojekten , warum keine Rückführung des Oberflächenwassers in das Grundwasser, wenn tausende von Quadratmetern versiegelt werden? Erst dann wäre ein fairer Wettbewerb möglich. H.D. Bürger Meine Einschätzung, dass es sich um eine Krise des herkömmlichen Warenhausses handelt, hat sich ja in den Wochen nach der Ankündigung eindrucksvoll genug bestätigt.
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“Lauterer Höhe” an einem Sonntagmorgen. Flächenverbrauch ja, aber kaum Konkurrenz zur Innenstadt. |
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Sollte so etwas die Patentlösung sein? Einkaufszentrum “atrium” in Bamberg, aufgenommen an einem frühen Freitagnachmittg im Juni. Das Objekt liegt allerdings nicht etwa in der Innenstadt, sondern beim Bahnhof, und der liegt in Bamberg relativ weit entfernt vom Stadtzentrum. Nachtrag Jan. ‘10: Die faktische Schliessung von “WEKA” zum 31. Dezember 2009 löste nochmals einen “Nachtarock” in den Zeitungen aus; gedient wurde dadurch ganz sicher nichts und niemandem. |
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