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Aus der „Farnkraut“ – Ausgabe Nr. 2/1966
 


Auf Banz entstand Viktor von Scheffels unsterbliches Frankenlied

Der Rückblick auf die heimatkundlichen Exkursionen des Kleinen Wanderkreises stützt sich diesmal auf August Marrs Erläuterungen zur Geschichte des nahezu 900jährigen Klosters Banz. Ob es von Markgraf Hermann und seiner Gattin Alberada, die einst die Raubritter auf der nahen Steglitz überlistet hat (siehe „Farnkraut-Ausgabe 4/1963), 1069 oder 1096 gegründet worden ist, darüber sind sich die Gelehrten nicht ganz einig. Tatsache ist, daß das Benediktinerkloster vom 12. bis zum 14. Jahrhundert trotz wiederholter Streitigkeiten mit seinen Schutzvögten und Lehnsherren eine Blütezeit erlebte. Sie fand ein jähes Ende durch die Unvorsichtigkeit eines Kammerdieners, die 1505 Kloster und Kirche in Schutt und Asche legte. Den alsbald erstellten Neubau brandschatzten die Lichtenfelser 20 Jahre später am Karfreitag. Dem erneuten Wiederaufbau folgte während des Dreißigjährigen Krieges (am 18. Februar 1632) die Plünderung des Klosters durch die Schweden, die selbst die Kirchenglocken nicht verschmähten. Auf den Grundmauern des nunmehr völlig verarmten Klosters erstanden im 18. Jahrhundert die uns heute bekannten Banzer Bauten als Werk zweier Gebrüder Dientzenhofer, das Balthasar Neumann und einer seiner Schüler bis 1772 vollendeten.

Das auf dem Grund und Boden, auf dem zuvor eine Burg stand (siehe „Farnkrauf“-Ausgabe 4/1964), aus einer der 14 sogenannten fränkischen „Slavenkirchen" Karls des Großen entwickelte Kloster, das nach wiederholtem Besitzerwechsel seit drei Jahrzehnten durch die „Gemeinschaft von den Heiligen Engeln" betreut wird, gehörte in der Mitte des 19. Jahrhunderts dem Herzog Maximilian von Bayern und anschließend seinem Sohn Karl Theodor. Ihrer beider Namen leben fort in den vom Thüringerwald-Verein betreuten Wanderpfaden im Banzer Wald, dem Karlspfad und dem Maximilianspfad. Zur Regierungszeit der beiden Herzöge verbrachte Viktor von Scheffel wiederholt Arbeitsbesuche auf Schloß Banz, das er in seinem „Mönch von Banth" verherrlichte. Hier auch entstand im Blick zum Staffelberg sein unsterbliches Frankenlied „Wohlauf die Luft geht frisch und rein".

Das den Banzer Forst krönende Kloster, von dem zweifellos die Kultivierung des vor 1000 Jahren noch unbesiedelten dortigen Gebietes ausgegangen ist, verdankt seine heutige Anziehungskraft nicht nur seiner kulturgeschichtlichen Bedeutung und seiner prachtvollen Barock-Kirche, sondern ebenso den überaus wertvollen Beständen seiner Petrefaktensammlung und nicht zuletzt natürlich seiner idealen Lage über dem Mainufer gegenüber dem Staffelberg und der Neumannschen Barock-Basilika Vierzehnheiligen.

Anmerkung: Das Kloster Banz wurde bereits 1814 von Herzog Wilhelm in Bayern aus der wittelsbachischen Nebenlinie Zweibrücken-Birkenfeld-Gelnhausen erworben. Herzog Wilhelm war zuvor Statthalter im Herzogtum Berg gewesen (1803 – 1806). In der Person des Kurfürsten Karl Theodor 1742 – 1806 waren erstmals seit 1777 alle wittelsbachischen Lande in einer regierenden Linie und einer Person vereinigt worden. Allerdings musste Bayern die niederrheinischen Herzogtümer Jülich und Berg 1806 an Frankreich abtreten. Andrerseits erhielt Bayern weite Gebiete von Franken.
Seither die Bezeichnung „Schloss“ Banz, auch hatte eine Brauerei in Staffelstein das Recht, sich „Hoflieferant“ zu nennen und das wittelsbachische Wappen zu führen.
Berühmte Nachkommen dieses Herzogs Wilhelm in Bayern waren u. a. der volkstümliche Herzog Max („Zithermaxl“) und Elisabeth „Sisi“, Gemahlin des Kaisers Franz Joseph.
Die Herzöge in Bayern scheinen aber später zumindest nicht ständig  in Banz gewohnt zu haben (Sommersitz?), standen doch ein Palais in München und ein Schloß am Starnberger See zur Verfügung. . Immerhin ist Herzog Max noch in Bamberg geboren. Nachtrag: inzwischen habe ich aus “Allgemeine Deutsche Biographie” hierzu noch erfahren, dass Maximilian während seiner Schulzeit in den “Herbst-Vacanzen” in Banz weilte und dass sein Sinn für die Schönheit der Natur geweckt und gefördert worden sei. Und: zur Sommerfrische sei es immer nach Banz gegangen, wobei der junge Herr den Hofzug im Sattel angeführt hat. Carl Theodor, Bruder der Elisabeth aber beispielsweise wurde 1839 in Possenhofen geboren und starb 1909 in Kreuth. Er war als Augenarzt in München berühmt und hat zahlreiche Star-Operationen an seiner Klinik durchgeführt.

Quelle: WIKIPEDIA, downl. 01/12

 
In „Meyers Conversations-Lexikon“ von 1905 ist Schloss Banz als Sommerresidenz von Carl Theodor genannt.

Es wäre noch zu klären, worauf die Benennungen “Carlspfad” und “Maximilianspfad” beruhen, in welchen Beziehungen szt. die Namensträger noch zu Banz standen. 
 

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