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Aus „Das Farnkraut“ Nr. 4/1967
Hier befasste sich der unermüdliche und heimatkundige Organisator des Kleinen Wanderkreises mit der Geschichte der Lauterburg aus damaliger Sicht. Man sollte sich verdeutlichen, dass der Name „Ludwigsburg“ nur eine Episode in der gesamten Geschichte war.
Ihr 80. Lebensjahr hätte unsere ob ihrer originellen Wanderführungen und beispielhaften Hilfsbereitschaft unvergessene Meta Knorr am 5. Juli vollendet, wäre sie nicht vor fünf Jahren zur letzten großen Wanderung abberufen worden. Seitdem sucht der Kleine Wanderkreis alljährlich Anfang Juli die Oeslauer Ruhestätte Meta Knorrs und ihres 1937 verstorbenen Gatten auf. Dem Gedenken an die Wanderaktivistin, deren ganze Liebe der Alexandrinenhütte gehörte, schloss sich in diesem Jahr ein Ausflug zur Lauterburg an. Auf dem Weg dorthin vergegenwärtigten sich die Teilnehmer in Oberwohlsbach ein Erinnerungsbild vom Schloss Ludwigsburg. Das regte zur Besinnung auf die bis ins 10. Jahrhundert zurückreichende Geschichte der Lauterburg an. Aus einer Wallburg hat sie sich zur zeitweiligen Residenz früherer Landesherren entwickelt. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts kam die Bergfeste in den Besitz der Herren von Schaumberg. 270 Jahr lang nannte sich eine Linie dieses weitverzweigten Geschlechtes nach der Lauterburg, die im Dreißigjährigen Krieg den schwer bedrängten Bauern des Umlandes als Zufluchtsort diente, bevor sie in der Nacht zum 4. Juli 1635 durch kaiserliche Truppen zerstört wurde. Als der letzte Schaumberg-Lauterburger 1694 in Schney ohne Erben verstorben war, bemächtigte sich Sachsen-Meiningen des herrenlos gewordenen Besitzes. Angezogen von der Anmut der Waldlandschaft ließ Herzog Ernst Ludwig 1706 auf den Resten der alten Ritterburg das nach ihm benannte Jagd- und Lustschloss (mit 169 Fenstern) erbauen, um den Coburger Herzögen in ihrem eigenen Land „Meininger Macht" zu demonstrieren und von hier aus im Bereich der Hohen Schwenge seiner Vorliebe für die Hirschjagd zu huldigen. Die fortwährenden Einsprüche, die Sachsen-Coburg beim Reichsrat zu Wien um das Schloss nebst zugehörigem Gut gegen Meiningen führte, verleidete den Erben des 1743 verstorbenen Herzogs Ernst Ludwig die Freude am Besitz. Jahrelang wurden keine baulichen Aufwendungen gemacht, so dass die Ludwigsburg mehr und mehr verfiel. In den 60er Jahren des 18. Jahrhunderts legten Handwerker Dach und Holzwerk des Schlosses wegen angeblich unreparabler Baufälligkeit nieder. Der wirkliche Grund lag aber tiefer. Die Aussichten im Prozess um die Burg standen schlecht für die Meininger. Darum wollten sie den Coburgern nur den Boden belassen, auf dem die Burg stand. Als diese 1804 schließlich in Coburger Besitz überging, hatte sich im Innern des äußerlich noch verhältnismäßig stattlichen Baues der „Wiener Wurm" so stark eingefressen, dass selbst Steinquadern fielen und die Mauern zu stürzen begannen. Manches Bauernhaus der Umgegend ist zum „Ableger" der einst so mächtigen Burg geworden, deren trauriges Ende — die Sprengung der zur öffentlichen Gefahr gewordenen Ruinenreste am 21. März 1959 — wir noch in schlechter Erinnerung haben. Als Wanderziel hat der Burgberg an Anziehungskraft kaum verloren; nicht nur wegen seiner beglückenden Ruhe und herrlichen Ausblicke, sondern auch wegen des nahen Herzogsbrunnens, den der Kleine Wanderkreis ebenfalls aufgesucht hat. Erfreulich seine Bestätigung, dass die 1909 geschaffene Anlage, die Naturfrevler in letzter Zeit weitgehend verschandelt hatten, inzwischen mit Hilfe von Vereinsfreunden so gut in Ordnung gebracht worden ist, dass der naturfreudige Wanderer inmitten tiefen Waldesfriedens wieder erholsame Quellrast genießen kann. AuMa
Nachtrag: noch für Walter Schneier: „Das Coburger Land“, 1983, war die Lauterburg, so wörtlich „Trümmerhaufen“. Die Sicherung begann erst 1989 durch den Heimatverein Rödental. So lt. WIKIPEDIA; downl. 01/12. Also zu solchen Ehren und Aufmerksamkeit ist die Lauterburg inzwischen gekommen. Für den Thüringerwald-Verein Coburg hat die Lauterburg auch deshalb besondere Bedeutung, weil der „Carl-Escher-Weg“ hier entlangführt. Oder natürlich umgekehrt ausgedrückt: der „Carl-Escher-Weg“ wurde bewusst wegen der Bedeutung dieses Geschichtsdenkmals so angelegt.
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