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Maiwanderunq im Steigerwald
Bei bedecktem Himmel und frischen Temperaturen fuhr eine Gruppe am 16. Mai mit dem Omnibus über Ebern und Eltmann nach Zell am Ebersberg im Steigerwald, der eine sich über die fränkische Muschelkalkfläche erhebende Stufe im Keupersandstein bildet. Seine imposanten Buchenwälder zählen zu den schönsten Deutschlands. Es sind Bestrebungen im Gange, den nördlichen Teil in einen Nationalpark aufzuwerten. Die Meinungen dazu sind unterschiedlich. Es sollte möglich sein, eine Lösung zu finden, die von der Mehrheit angenommen werden kann. Hierzu ein Hinweis auf einen Waldabend zu genau diesem Thema: Ein Treppenweg brachte die erwartungsvolle Wanderschar auf die Höhe, wo ein kräftiger Wind wehte. Büsche bildeten über einer Hecke ein Dach. Oben begrüßte Wanderführer Walter Renner und verlas einige nachdenkliche Worte über Schönheit, Stille und reine Luft des Waldes.
Dann ging es auf dem Steigerwaldpanoramaweg entlang. Buchen beherrschten mit ihrem frischen Maiengrün das Bild. Auf dem Boden lag altes Laub, dass die Regenwürmer durchwühlen, lockern und lüften. Regenwasser kann tief eindringen und Flechten sowie Moose halten es im Erdreich zurück. Zur Freude aller blühte das vollkommen geschützte weiße Waldvögelein, eine Orchidee, die auf Kalkböden wächst. Im Walde herrschte eine gesunde Altersstruktur. Vereinzelt waren Eichen, Ahorne, Lärchen und Kiefern zu sehen. Fichten wurden zu wirtschaftlichen Zwecken angepflanzt, sind aber dem Klimawandel weniger gewachsen und werden oft vom Borkenkäfer überfallen. Deshalb lieben die Förster den Laubwald, zumindest aber den Mischwald. Der Steigerwald ist ein ideales Beispiel dafür. Eine Gefahr geht allerdings von den viel zu vielen Rehen aus, die gerne die Knospen der Laubbäume fressen.
Vom Forsthaus Neuhaus führte eine leicht matschiger Pfad hinab ins Tal und über anmutige Wiesen ging es zur Mittagspause nach Eschenau. Nach einem stärkenden Mahl zogen die Wandersleute, nach dem sie vom Wanderführer Walter Renner Gedanken des Waldes mit der Bitte, ihn wert zu halten, hörten, in den idyllischen Böhlgrund mit seinem Auenwald. Ein Bächlein plätscherte munter. Der Bärlauch verströmte seinen knoblauchartigen Duft. Es blühten u. a. Bunt-, Taub- und Goldnessel, das Immergrün, Maiglöckchen und Akelei. Bunte Wiesen beglückten das Auge Blätter der Herbstzeitlose sowie vom Moos überzogene modernde Baumstämme fielen auf. Der Wald stellte sich als eine echte Lebensgemeinschaft dar. Pflanzen und Tiere sind aufeinander angewiesen.
Vor dem Ziel und gleichzeitig Ausgangspunkt Zell tauchten Weinberge auf. Nach einer kurzen Fahrt fand eine feucht-fröhliche Schlusseinkehr im Weingut „Goger“ in Sand am Main statt. Dank der guten Führung des Ehepaares Gisela und Walter Renner, die eine reizvolle Wanderstrecke im Naturpark Steigerwald aussuchten, klang ein erholsamer Sonntag aus.
Renate Haenel
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