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Aus unserer Vereinszeitschrift „Das Farnkraut“ – Sonderausgabe Dezember 1966
Unsere Veranstaltungen erreichten immer wieder ein außergewöhnliches Niveau. Ein Vortrag – einmal ganz anders – im November 1966. Pater Martin Kuhn von der damals in Banz residierenden klösterlichen „Gemeinschaft von den heiligen Engeln“ sprach. Diese war zeitweise Besitzer der Klosteranlagen. Pater Kuhn war keineswegs ein Unbekannter, und ich glaube ihn zu kennen. Jedenfalls war ich Mitte/Ende der 50er Jahre in Bamberg bei den „Georgs“-Pfadfindern. Eines Tages besuchten wir Kloster Banz, ich weiß nicht mehr, aus welchem Grund und wurden von einem Pater empfangen – es wird wohl Martin Kuhn gewesen sein. Im Speisesaal wurden wir berichtet. Ich glaube mich an Sammlungen natur- oder völkerkundlicher Art zu erinnern, aber auch dass Menschen mit Behinderungen dort untergebracht waren. – hdb-
Bewahrung des menschlichem im Menschen
Außergewöhnliches Waldabend-Erlebnis durch und mit Pater Martin Kuhn
„Mit Nikolaus, dem Schutzpatron der alten Handelsstraßen, durch den Balkan" führte der außergewöhnliche Farblichtbild-Vortrag des Banzer Lektors Martin Kuhn beim November-Waldabend des Thüringerwald-Vereins. Er schenkte den überaus zahlreichen Gästen ein kulturhistorisches, im Finale mit der Tonbandwiedergabe des Glockenspiels vom Berg Athos und des tiefreligiösen Chorgesanges der dortigen Mönche geradezu ergreifendes Erlebnis. Dem Schutzheiligen als dem „Bewahrer des Menschlichen im Menschen" die Anrüchigkeit einer Schreckgestalt zu nehmen, war das aus nahezu zweitausend jähriger Religionsgeschichte schöpfende Anliegen des Vertrags. Er führte vom Coburger Nikolaikirchlein durch das Bayernland und über die Alpen hinweg zur Dalmatinischen Mittelmeerküste und von dort durch den schluchtenreichen Balkan zum heiligen Berg auf der Halbinsel Chalkidike und schließlich hinüber zum italienischen Bari, wo die Reliquien des Schutzpatrons in dem für Ost und West gleichbedeutenden Nikolaus-Heiligtum ruhen. Tief beeindruckend zeichneten Kamera und erläuternde Worte die Stationen nach, in denen die Verehrung des Schutzheiligen in seiner Verkörperung des von Bischof Nikolaus von Myrha zu seinem ergebenen Knecht gebändigten Teufels (im Menschen) ihre Pflegestätten gefunden hat. Ebenso seltenheitswertige wie ausgezeichnete Aufnahmen vermittelten tiefen Einblick in die durchstreiften Landschaften in das Leben der von ihnen geprägten Menschen und in die klösterliche Klausurstille der Verehrungsstätten; besonders eindrucksvoll auf und zu Füßen des Berges Athos auf der Halbinsel jenes beglückend-tiefinnerlichen Schauens, das den Menschen zur Ruhe des Herzens ebenso finden läßt wie zur schönen Liebe des Geistes. Die damit in ihrem innigen Verhältnis zu den Schöpfungswundern angesprochenen Wanderer genossen die ihrem geistigen Inhalt nach geheimnisvolle Welt in beziehungsreicher Bewußtheit der nicht in der Horizontale sich verlierenden, sondern in der Vertikale zu den göttlichen Ewigkeitsgesetzen sich erhebenden Lebenswege. So herzlich alle Hörer dem Vortragenden ihre Dankbarkeit bekundeten, so spontan brachte Pater Kuhn seine nicht minder dankbare Verbundenheit mit dem Thüringerwald-Verein und dessen in den Dienst der Heimat gestelltem Auftrag dadurch zum Ausdruck, daß er sich in dessen große Familie als Mitglied einbeziehen ließ.
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