|
28. 4. 1990 Wiedereröffnung der Gesamtstrecke des Rennsteigs im Thüringer Wald Grenzstein von 1776 am “Schönwappenweg” Anfang der 70er Jahre
|
|||||
![]() |
|||||
|
Jahrzehnte lang war der historische Rennsteig des Thüringer Waldes nur teilweise zugänglich gewesen. Für uns im Westen natürlich jedezeit das kurze Stück zwischen Kleintettau und Ziegelhütte, immerhin einschliesslich der Gründungsstätte “Waldhaus Weidmannsheil”. Diese allerdings wurde noch vor der “Wende” durch Brandstiftung zerstört! In der DDR umfasste der Rennsteig nur 120 km statt 168. Dass der “westliche” Teil dabei unterschlagen wurde, wird niemand überraschen. Aber auch auf DDR-Gebiet waren erhebliche Teile “entfallen”. Im Westen begann er nicht in Hörschel, sondern erst am “Vacher Stein” (Schnittpunkt mit der “F 85”. Das Ende war in Ernstthal, und auch dies ein beachtlicher Abstand zur Grenze “Kalte Küche” - Kleintettau. Ganz entfallen war die beachtliche Strecke zwischen der bayerischen Grenze bei Ziegelhütte und dem traditionellen Endpunkt Blankenstein/Saale. Ich stütze mich hier auf den “Wanderatlas Rennsteigwanderung” aus dem Tourist-Verlag, Auflage 1989. Gut gehalten waren die Wege in diesem Bereich durchaus. Mit der “Wende” wurden die staatsrechtlichen Voraussetzungen für ein Ende dieses Zustands geschaffen, und bereis am 28.4.1990 war es so weit - noch war eine DDR-Regierung im Amt, noch gab es DDR-Uniformierte an der Grenze. Aber es war eines von den vielen spontanen Volksfesten dieser Zeit. Ich war mit dem Rennsteigverein Zapfendorf per Bus nach Brennersgrün gefahren und traf - ja eben auf ein echtes Volksfest. Thüringer Bratwürste duften dabei natürlich nicht fehlen.
|
![]() |
|
Doch bald setzten sich die Wanderer in Richtung Steinbach a. W. in Bewegung, die Betonpfähle links gehörten anscheinend zur ehemaligen, inzwischen teilweise demontierten Grenzanlage. |
![]() |
|||||||||
![]() |
|||||||||
![]() |
|||||||||
|
Bemerkenswert: die weiße “R”-Markierung war schon da! |
|||||||||
![]() |
|||||||||
|
Bald war es dann so weit, Kurt Enzi, Fürsteher des Rennsteigvereins mit dem Sitz in Zapfendorf, hat die innerdeutsche Grenze mit dem Traditionswimpel durchschritten! |
|
|
|
Franz Geßlein, Ehrenvorsitzender des Thüringerwald-Vereins Coburg e V. mit Thüringer Trachtenmädchen bei Steinach a. W. Sie stehen auf dem typischen Betonteilen der Grenze... |
![]() |
|||
|
Auch hier durften Bratwürste nicht fehlen. |
|||
![]() |
|
“Weidmannsheil”, Gründungsstätte des Rennsteigvereins 1896 als Brandruine seit Februar 1988... |
|||||||||
![]() |
|||||||||
![]() |
|||||||||
|
An der “Kalten Küche” |
|||||||||
![]() |
|||||||||
![]() |
|
Berichterstattung im “Farnkraut” |
|||||||
![]() |
|||||||
|
Ein Andenken: Visum-Stempel im Reisepaß des Verfassers und Webmasters. Eine gewisse Zeit lang wurden an den provisorischen Grenzübergängen noch Ausweise gefordert. Ob das an jenem Tag wirklich noch der Fall war, kann ich heute nicht mehr mit Bestimmtheit sagen. |
|||||||
|
Zurück Wir über uns
|
|||||||