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Das “Farnkraut” 2/1966 berichtet über das 70jährige Jubiläum des Rennsteigvereins. Damals war dessen Gründungsstätte, das Forsthaus “Weidmannsheil” bei Steinbach a. W. noch im ursprünglichen Zustand. Die Ironie der Geschichte hatte es gewollt, dass diese Traditionsstätte sich aus gerechnet auf dem kurzen Teilabschnitt befunden hatte, der zum Westen gehört. In der DDR-Zeit wurde dies natürlich ignoriert, ebenso wie auch das Teilstück von der Saale bis zur bayerischen Grenze. Ebenso beim 85jährigen Jubiläum, damals war ich schon mit dabei. Am 90jährigen Jubiläum - 1986 - glanzvoll ausgebaut zu einem Hotel, drei Jahre später frevlerisch in Brand gesteckt und unwiederbringlich verloren. Auch über diese traurigen Tatsachen hatte das “Farnkraut” zu berichten. 70 Jahre Rennsteig - Forschung Rennsteigverein geht in das 30. Jahr unter Dr. Kobers Führung Die Liebe zum Thüringer Wald und die Verbundenheit mit denen, die ihn als ergiebiges Wanderland im Grünen Herzen Deutschlands erschlossen haben, lebt nicht nur im Thüringerwald-Verein fort. Auch die jetzt im Bundesgebiet beheimateten Anhänger des Rennsteigvereins sind ihrer Sache treu geblieben. Seit nunmehr 70 Jahren besteht der Rennsteigverein und wirkt er zum Wohle der Thüringer Heimat. Am 24. Mai 1896 wurde er in dem bayerischen Rennsteig-Waldhaus „Weidmannsheil" bei Steinbach am Wald auf Anregung des Hildburghäuser Gymnasiallehrers Prof. Dr. Ludwig Hertel gegründet, der zugleich mit dem Fürsteher-Amt betraut wurde. Der Verein gab sich den Auftrag, den Rennsteig in seiner ganzen 168,3 km langen Ausdehnung von Hörschel bei Eisenach bis Blankenstein an der Saale als einzigartigen historischen Kammweg über Thüringer Wald und Frankenwald zu erschließen und zu betreuen und alle auf ihn bezüglichen Schriften, Bilder, Landkarten und Urkunden zu sammeln. In Erweiterung dieses ursprünglichen Auftrages ist dem Rennsteigverein satzungsgemäß die nach der politischen Isolierung Thüringens bedeutsam gewordene Aufgabe gestellt, weitere Rennsteige und Rennwege im deutschen Sprachgebiet zu erwandern und zu erforschen. Das sich daraus entwickelnde weiträumige Forschungsanliegen des Vereins offenbarte sich schon im Gründungsjahr, als Prof. Dr. Joh. Bühring an 282 Geschichts- und Touristenvereine Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und der russischen Ostseeprovinzen jenen Rennsteigfragebogen verschickte, der die Erfassung von rund 70 Rennsteigen, Rennwegen und Rennpfaden ergab. Dem Wirken des Rennsteigvereins, dessen interessante Wanderberichte als besondere Höhepunkte neben wiederholten Sommer- und Winterbegehungen des thüringischen Rennsteiges u. a. ausgedehnte Höhenwegwanderungen von Thüringen zu anderen deutschen Mittelgebirgen bis hin zum Rhein nachweisen, sind zahlreiche Kartenwerke sowie Schriften von heimatgeschichtlichem Wert zu verdanken. Hier seien nur genannt „Die Routenkarte des Thüringer Waldes" von Bühring, das grundlegende Werk „Der Rennsteig des Thüringer Waldes" von Bühring und Hertel, die fünfteilige Spezialkarte des Rennsteigs mit geologischem Profil von Bühring und Major, „Des Rennsteigs steinerne Chronik" von Bühring und Dr. Kobers „Zauberhafte Rennsteigfahrt". Nach Dr. Hertel (1896), Dr. Bühring (1910), Paul Clingestein (1933) und Amtsanwalt Theodor Linnarz (1935) übernahm Dr. Julius Kober, der Suhler Schriftleiter der Vereinszeitschrift „Mareile", am 13. Mai 1937 das Fürsteher-Amt im Rennsteigverein, das er seitdem bis auf den heutigen Tag wahrnimmt. Mit 675 Mitgliedern fiel auch der Rennsteigverein, der seit 1928 dem Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine angehört, nach dem letzten Krieg in Thüringen der Auflösung anheim. Der jetzt im oberfränkischen Zapfendorf beheimatete Dr. Kober baute von der Gründungsstätte „Waidmannsheil" aus den Verein unter Berufung auf seinen satzungsgemäßen Auftrag alsbald neu auf. Mit den wieder- bzw. neugewonnenen — heute 170 — Mitgliedern erwanderte und erforschte er neben der Betreuung der 11,5 Rennsteig-Kilometer im Frankenwald u. a. den Rennsteig im Bamberger Hauptsmoorwald, den Rennweg über die Haßberge und den anschließenden Hallstadter Rennsteig sowie die Rennwege im Landkreis Schwabach. Diese Pionierleistung und die Tatsache, dass der unermüdliche Thüringer Heimatforscher und Volkskundler Dr. Kober durch seine Synthese aller bisherigen Rennsteigtheorien die Rennsteigforschung wesentlich vorangetrieben hat, honorierte der Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine 1962 durch Verleihung seines „Goldenen Ehrenzeichens" an den hochverdienten Thüringer Wandersmann und Heimatdichter. Möge es ihm vergönnt sein, dem Rennsteigverein auch in seinem achten Jahrzehnt neue Wanderfreunde und Heimatforscher zu gewinnen für die Aufgabe von hohem ideellen Wert, der er sich mit Leib und Seele verschrieben hat.
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