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Alle Kommentare geben ausschliesslich die Meinung und Einschätzung des Verfassers wieder, nicht eine Stellungnahme des Thüringerwald-Vereins Coburg. |
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Die Vorschläge und Anregungen, in Coburg ein eigenes Stadtmuseum einzurichten, sind mittlerweile nicht mehr neu. Aktuell sind sie derzeit - 2010 - weil ein möglicher Standort ein leerstehendes Anwesen in der Steingasse wäre, das aber dringend saniert werden sollte. Dienstag, 5. Oktober 2O10 Leserbrief „Stadtmuseum ist kein Luxusobjekt" Zum Thema Stadtmuseum erreichte die NP folgende Zuschrift: Die Absicht, den Bau und die Einrichtung des Stadtmuseums erneut zu verschieben, ist für Coburg ein kulturpolitisches Armutszeugnis. All jenen, die die Faszination dieses Vorhabens begriffen haben und sich bereits seit Jahrzehnten mit Geld, Sachspenden und vor allem auch mit viel Idealismus dafür einsetzten, täte diese negative Entscheidung sehr weh. Es geht bei dem Coburger Stadtmuseum nicht um ein bei den immer knapper werdenden öffentlichen Kassen nicht mehr zu rechtfertigendes „Luxusobjekt", sondern um ein authentisches Stück Coburger Geschichte. Nachdem in den Kunstsammlungen der Veste Coburg die höfische Kunst und Kultur gesammelt und gezeigt werden, könnte in dem Stadtmuseum die bürgerliche Kultur und auch das Leben der einfachen Bevölkerung in der ehemaligen Residenzstadt dokumentiert werden. Da Coburg keine Zerstörungen durch den Zweiten Weltkrieg erlebt hat und auch von größeren Stadtbränden verschont blieb, ist in den Haushalten noch erstaunlich viel Material vorhanden, das aber nahezu täglich weniger wird. Zeitzeugen Möbel Praktische Beispiele sind die Erzeugnisse der Möbelfabrik meiner unmittelbaren Vorfahren Hoffmeister & Grasser (1806-1929). Sie gehört nach Auskunft von Möbelfachleuten zu den wirklich bedeutenden Firmen ihrer Zeit. In allen europäischen Museen zählen ihre Werke heute zu den hervorragenden Beispielen der bürgerlichen Wohn- und Lebenskultur des 19. Jahrhunderts: Biedermeier -Historismus -Jugendstil. Die Firma stellte auf den großen Weltausstellungen in London 1851 und 1862 sowie in Wien 1873 aus. So zeigt das bekannte Victoria & Albert-Museum in London in seiner Dauerausstellung gleich mehrere Objekte, die im Herbst 2011 für eine Ausstellung über den Historismus sogar in die Bundeskunsthalle nach Bonn geholt. Im Dornröschenschlaf In Coburg hat sich in den städtischen Sammlungen eine ganze Reihe dieser kostbaren Möbelstücke erhalten, die sich in einem Depot an der Uferstraße drei Meter tief unter der Bordsteinkante im Dornröschenschlaf befinden und angesichts der Coburger Museumspolitik vielleicht nie mehr wachgeküsst werden. Ich bedauere ausdrücklich, wie Coburg zur Zeit, mit seinem kulturellen Erbe umgeht, und hoffe, dass diese Objekte, aber auch die Erzeugnisse der anderen ehemaligen Coburger Hoflieferanten möglichst bald den ihnen gebührenden Ort im Coburger Stadtmuseum erhalten. Die angeblichen Schwierigkeiten bei der Finanzierung sind meines Erachtens nach nur vorgeschobene Argumente, denn für andere Bauvorhaben und Projekte dieser Größenordnung bedarf es auch keines Entscheidungsprozesses von nunmehr fast 14 Jähren. Es ist sehr bedauerlich, dass es unter den Coburger Stadträten offensichtlich immer noch Leute gibt, die die positiven Möglichkeiten der Außenwirkung eines eigenen Stadtmuseums noch nicht erkannt haben. In allen vergleichbaren Städten gibt es längst solche Museen und sie sind dort ein Stolz für die Bürgerinnen und Bürger.
Dr. W. G., München
Dies war die nach meiner Meinung bisher am besten begründete Äusserung zum Thema „Stadtmuseum“. Hierzu kann es nur eine Frage geben, warum eine solche Einrichtung nicht schon vor fünfzig Jahren geschaffen wurde, wie ansonsten nahezu überall. Vor allem in Coburg als einer Stadt, die sich so viel auf die eigene Geschichte zugute hält. -hdb- |
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