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Alle Kommentare geben ausschliesslich die Meinung und Einschätzung des Verfassers wieder, nicht eine Stellungnahme des Thüringerwald-Vereins Coburg. |
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Strandbad oder Naturschutzstation oder beides? Immer wieder stehen Hochwasserschutzprojekte im Raum Coburg im Focus von Freizeitinteressen. Nun verbinden sich eben für sehr viele Menschen Träume und Wünsche von Freizeit, Urlaub und Reisen mit Strand und Wasser. Dies ist nicht neu. Derzeit begeht ja der Schwimmverein Coburg sein 100jähriges Bestehen. Wie ein Foto von 1911 zeigt, fuhr man zum Baden oder Schwimmen damals an den Obermain, bei Hausen. Um jene Zeit zog es die gehobene Gesellschaft bereits in die Seebäder in Deutschlands Küsten. Aber auch Leute als dem Milieu eines Heinrich Zille suchten ihre Strandparadiese an den zahlreichen Gewässern an und um Berlin, aber wohl erst in der Epoche nach 1918. Ein Schwimmbad im annähernd modernen Sinne erhielt Coburg „in den 30er Jahren“. Mehr als diese vage Zeitbestimmung war vorläufig auf die Schnelle nicht zu finden. Auch habe ich beispielsweise bei Walter Schneier: „Coburg im Spiegel der Geschichte“, Coburg 1985, nichts gefunden. Ich selbst habe im Bamberger Hainbad das Schwimmen gelernt, noch ein klassisches Flußbad mit Holzplanken, Einstieg usw. am Ufer. Angeblich bestand an dieser Stelle bereits 1871 ein Freibad. Die „np“ vom 02.Nov. 2010 meint…. „Der Goldbergsee könnte zum Mekka der Naturfreunde und der Umweltbildung werden, aber der Haushalt der Stadt sieht keine Mittel für eine Umweltstation vor.“ Das Für und Wieder wird im einzelnen in einem Artikel von Christoph Winter dargestellt, auch der Landesbund für Vogelschutz kommt ausführlich zu Wort. Ich wohnte mehrere Jahre im hochwassergefährdeten Bereich der Stadt Coburg, unmittelbar da, wo die Lauter in die Itz mündet und habe naturgemäß alles, was mit diesem Thema zu tun hat, mit der notwendigen Aufmerksamkeit verfolgt. Eines der Projekte war – schon vergessen? – ein Staubecken auch im Verlauf der Lauter bei Neukirchen, wenige Hektar groß. Und dennoch sah ein Zeitungskommentator schon Segelboote in der Abendsonne vor seinem geistigen Zukunfts-Auge. Nachtrag: dieser Tage tauchte das Projekt Neukirchen wieder auf, es wurde daran erinnert, dass die Lauterüberleitung die wirtschaftlichere Problemlösung sei. Nun sollte man meinen, alle kennen doch die heimischen Flussläufe, die Itz, die Lauter und die Sulz. Im Allgemeinen handelt es sich um eher dürftige Rinnsale, im Vergleich etwa schon zum benachbarten Obermain mit seinen zahlreichen Baggerseen, obwohl der Main dort noch keineswegs als Strom bezeichnet werden kann. Aber Baggerseen entstehen auf ganz einfache Weise: wo in Ufernähe Sand oder Kies abgebaut wurde, strömt Wasser nach und füllt das Becken allmählich auf. Ich bin in Bamberg aufgewachsen, nah am untersten Lauf der Regnitz, nah an der Mündung in den Main. Im Mündungsbereich ist die Regnitz ebenso mächtig wie der Main. Als Kinder haben wir oft am Ufer gespielt, noch vor dessen Umbau zur Großschifffahrtsstraße. Wenn wir im Ufersand gruben, schufen wir Mini-Baggerseen. Im Umland von Coburg geht so etwas nicht, das wissen wir eigentlich alle, und dennoch wurde in der Zeitung der Wunsch nach einem Baggersee, “so wie im Bereich von Bad Staffelstein”, publiziert. Im Zeitungsbericht wird eine Fläche von 145 ha genannt. Dies ist aber das Höchst-Stauziel bei Hochwasser. Der Grundsee umfasst dagegen nur 71,5 ha. Im Vergleich: beim Froschgrundsee ist der „Grundsee“ 20 ha, Höchstfläche 90 ha. Die Freizeitnutzung hält sich beim Froschgrundsee in Grenzen, nach meinen Beobachtungen wird der Badestrand nur noch selten genutzt. Wegen der Baustelle sind auch Spaziergänge eingeschränkt. Mehrfach wurde in den Medien von der „geplanten Flutung“ gesprochen. Was sollen wir uns darunter vorstellen? Einst ist klar: jeder Kubikmeter Wasser der Sulz oder ggfls. vom Lauter-Überlauf kann nur entweder im Goldbergsee zurückgehalten werden oder im Stadtbereich munter dahinplätschern. Ausgetrocknete Gerinne von Itz und Lauter wünscht sich doch niemand in der Innenstadt, oder?
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