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Wald-Exkursion zum „Tag des Baumes" 1963 Pflanze einen Baum! Und kannst du auch nicht ahnen, Wer einstmals unter seinem Schatten tanzt, Bedenke, Mensch, es haben deine Ahnen, Eh' sie dich kannten, auch für dich gepflanzt.
Seit einem Jahrzehnt ist es in unserem Thüringerwald-Verein Brauch, zum „Tag des Baumes" (jeweils im April) etwas zu unternehmen. In den ersten Jahren führten wir mit unserer Jugend Baumpflanzungen zumeist in der Umgebung der Alexandrinenhütte durch und verbanden damit eine kleine Feier. Später zogen wir unter starker Beteiligung unserer Mitglieder auf den Goldberg, in den Bausenberg und in den Lahmer Forst, um unter forstkundiger Anleitung Bäume einzupflanzen.
In diesem Jahr ließ sich die übliche Baumpflanzung nicht ermöglichen, weil der Boden infolge des langen und strengen Winters sich noch nicht dazu eignete. In dankenswerter Weise hatte sich aber Revier-Oberförster Papin als Leiter der Forstamtsdienststelle Sonnefeld bereit gefunden, uns am Palmsonntag (7. April 1963) durch sein Revier zu führen.
In Grub am Forst, wohin wir mit der Bahn angefahren waren, zählte ich 35 froh gestimmte Wanderer, darunter eine ganze Anzahl junger Menschen. Schnell ging es durch den noch schlafenden Ort zur Höhe, wo ich bei der markanten Kiefer (genannt die „Docke"), die unter Naturschutz steht, kurz über unser Vorhaben sprach. Im zügigen Wanderschritt erreichten wir hinter Forsthub den Lichtenfelser Forst, den wir auf ausgesuchten Waldwegen durchschritten. Mitten im Wald hielten wir Frühstücksrast. Nach mehrstündigem Marsch traten wir unterhalb der „Hohen Aßlitz" aus dem Wald und schritten in langer Reihe durch das ausgedehnte Tal gen Neuensorg. Das Wetter •war sonnig und klar. In einer Erlenniederung am Röderbach vor dem Neuensorger Wald schreckten wir einen Fasanenhahn, und über uns zogen schnatternd Wildenten. Es war ein herrliches Bild unberührter Naturschönheit.
In Neuensorg fanden wir Zeit, an der neuerbauten evangelischen Kirche etwas auszuruhen und das kleine, in seiner schlichten Schönheit eindrucksvolle Gotteshaus zu besichtigen. Begeistert waren wir auch von den Darbietungen des Posaunenchores, der vor der Kirche einige Choräle blies. Gegen 12 Uhr gelangten wir nach Sonnefeld, wo im Gasthaus Bauer eine vorzügliche Atzung auf uns wartete.
Am Nachmittag übernahm Oberförster Papin die Wanderschar zu der Waldexkursion in die Forstgebiete Mönchsholz, Steinschroth usw. Am Waldeingang erklärte er zunächst, was der Wald uns Menschen bedeutet und was alles als für Mensch und Tier notwendig geschützt und erhalten werden muß. Dann führte uns Oberförster Papin zu herrlichen Beständen, zu Saatgärten, Schonungen und Dickungen, aber auch an jene Stellen, wo Naturgewalten in wenigen Minuten große Waldstücke verwüstet hatten. Anklagend zeigte er im Gelände einen schwarzen Feldrain, den unvernünftige Zeitgenossen abgebrannt hatten. Es war hier nicht nur die Grasnarbe total verbrannt, auch die dort stehenden Hecken und Gehölze, die der Tierwelt Unterschlupf bieten, waren zerstört, vernichtet, auch auf lange Zeit Bodengare und Humusbildung.
Interessant war es weiter, zu hören, wie ein Forstmann neben der Wildhege auch praktischen Vogelschutz betreibt, wie er mit seinen Forstarbeitern hauptsächlich im Winter unzählige Futterstellen anbringt, wie er viele Brutkästen aufhängen läßt und über Eiablage und Brut genau Buch führt. Es ist so vielseitig, was ein Förster, der wegen seines schönen Berufes vielfach beneidet wird, alles bei Wind und Wetter zu leisten hat.
Zum Schluß suchten wir noch das herrlich gelegene Ehrenmal von Sonnefeld im Gemeindepark „Steinschroth" auf und ließen hier den in allen Punkten gut verlaufenen Tag feierlich ausklingen. Hierbei konnte ich dem aufgeschlossenen Forstmann im Namen aller Wanderfreunde herzlichst danken. Ein sinnvolles Gedicht über den „Deutschen Wald" von Hedwig Reinhardt, das dabei zum Vortrag kam, ließ uns in froher und gehobener Stimmung den Heimmarsch antreten. Bevor uns der Bus von Sonnefeld wieder nach Coburg brachte, hörten wir uns in der historischen Klosterkirche von Sonnefeld aus dem Munde unserer Wanderfreundin, Lehrerin Fey, noch einen kleinen Vortrag über die Kirche an. Franz Reinhardt
Anmerkung: diese Baumpflanzungen gab es auch später noch, vor allem im Hüttenbereich
interner link Tag des Baumes
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