|
Zur Neugründung dieser Vereinszeitschrift erschienen damals die folgenden Beiträge:
Unser Farnkraut
Unser Coburger Thüringerwald-Verein hat sich selbst die Aufgabe gestellt, die Substanz seines um Heimatpflege und Landesgeschichte anerkannt verdienten Traditions - Verbandes über die Zeit willkürlicher Spaltung unserer Heimat hinweg zu erhalten. Diese Mission schließt die Verpflichtung ein, die kulturhistorische Aufgabe der „Thüringer Monatsblätter", des einstigen Sprachrohrs unserer heimatverbundenen Gemeinschaft, nicht verkümmern zu lassen.
Aus Anlaß des 64. Deutschen Wandertages in Coburg verwirklichen wir diesen Auftrag in Gestalt unserer neuen vereinseigenen Zeitschrift „Das Farnkraut", deren erste Ausgabe hiermit unseren Mitgliedern überreicht wird. Diese Zeitschrift wird eine Mission zu erfüllen haben, die weit über Coburgs Grenzen hinaus alle beimattreuen Menschen ansprechen und mit unserer dem Wandern, der Heimatpflege und dem Naturschutz gewidmeten Vereinsarbeit vertraut machen soll.
An alle Mitglieder und Freunde des Thüringerwald-Vereins ergeht die Bitte, durch aktive Mitarbeit zum Gelingen eines Werkes von heimat- und kulturgeschichtlichem Wert beizutragen. Die „Farnkraut"-Redaktion
(Anmerkung: im wesentichen Werner Ungelenk)
Ehrenvorsitzender Carl E s c h e r:
In der Absicht, die Wanderfreunde seiner über ganz Thüringen und darüber hinaus verbreiteten 153 Zweigvereine in allgemeinen Ver-einsangelegenheiten auf dem laufenden zu halten und ihnen wertvolles Schrifttum aus Geschichte und Literatur, über Land und Leute, deren Sitten und Gebräuche zu vermitteln, hat der am 24. März 1880 gegründete Thüringerwald-Hauptverein eine eigene Vereinszeitschrift mit dem Titel „Thüringer Monatsblätter" herausgegeben. Sie ist den über 12 000 Mitgliedern allmonatlich kostenlos zugestellt worden. Infolge der vom Zonenregime verfügten Auflösung des Thüringerwald-Vereins sowie sämtlicher Zweigvereine im Thüringer Land ist auch dieses wertvolle Organ weggefallen.
Um so erfreulicher ist es, daß sich nach so langer Pause nunmehr Kräfte gefunden haben, die unserem der alten Tradition treu gebliebenen einzigen Zweigverein Coburg des Thüringerwald - Vereins wieder eine vereinseigene Zeitschrift - „Das Farnkraut" -erstellt haben. Möge diese Zeitschrift dazu beitragen, die guten Beziehungen in unseren Reihen noch weiter zu vertiefen und die Liebe zu unserer schönen Heimat und Natur bei noch fernstehenden Wanderfreunden zu wecken.
Erster Vorsitzender Franz Geßlein:
Zeitschriften gibt es viele. Es stellt sich daher die Frage: Gibt es überhaupt noch einen ungestillten Bedarf an zeitschriftlichem Lesestoff? Es gibt ihn! Bis heute hatten wir Wanderer, Heimatkundler und Naturschützer im fränkisch-thüringischen Coburger Raum kein eigenes Organ dieser Art. Allen, die diese Tatsache schmerzlich empfanden, und auch allen, die den anerkannt kulturhistorisch wirkenden „Thüringer Monatsblättern" unseres Traditionsverbandes nachtrauern, erfüllt sich mit dem Erscheinen unserer vereinseigenen Zeitschrift „Das Farnkraut" der lang gehegte Wunsch nach einem Sprachrohr für ihr eigenständiges Gedankengut, für ihre Anliegen als heimatpflegerisch wirkende und dem Naturschutz verpflichtete Wanderer.
Möge diese Zeitschrift im Dienste der unserem Verein gestellten Aufgaben allen, die sie anspricht, stets Freude bereiten. Möge sie sich entwickeln zur Freude auch jenes Mannes, der sich uneigennützig dafür eingesetzt hat, den Gedanken eines vereinseigenen Organs in die Tat umzusetzen: Wanderkamerad Werner Ungelenk. Ihm darf ich dafür an dieser Stelle herzlich danken.
Laßt uns fortan alle dazu beitragen, daß wir uns diese Bereicherung unserer Vereinsarbeit durch eigene wertvolle Beiträge, durch intensive Werbung für unsere Ideen, aber auch durch finanzielle Unterstützung erhalten.
Verbandspräsident Georg Fahrbach:
Den sehr erfreulichen Entschluß des Thüringerwald-Vereins Coburg, eine eigene Zeitschrift herauszubringen, begrüßen wir besonders auch deshalb, weil wir wissen, daß die Zeitschriften unserer Verbandsvereine die besten Mittler zwischen Vereinsleitung und Mitgliedern und dazu wertvolle Fundgruben der Natur- und Heimatkunde sind. Möge auch „Das Farnkraut" diese wichtige Aufgabe erfüllen und die neue Zeitschrift dem Thüringerwald-Verein die Erfüllung seiner traditionsverbundenen Aufgaben erleichtern.
|