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oben: Aufn. hdb-2006; das “fisheye”-Objektiv verleiht hier ein neues Raumgefühl.

 

Aus „Das Farnkraut“ Nr. 3/1967

Immer wieder zog es unsere Wanderer in den „Gottesgarten am Main“, nach Banz, auf den Staffelberg und nach Vierzehnheiligen. Wie stets, beschäftigte sich der Organisator szt. nicht nur mit den Wanderwegen, sondern auch mit dem, was zu sehen war, hier natürlich in erster Linie die Wallfahrts-Basilika „Vierzehnheiligen“ in Frankenthal, wie der Ort korrekt bezeichnet wird. Anzumerken wäre noch, dass diese Legende im katholischen Bamberg und seinem Umland natürlich wohl bekannt war und ist. Übrigens sind diese Ereignisse sogar genau datiert: 24. Sept. 1445, 28. Juli 1446 und 2. Juli 1446 seien demnach die Erscheinungen des im Übrigen namentlich benannten Schäfers gewesen. So Sayn-Wittgenstein “Der Main”, München 1973
 

Wie Vierzehnheiligen entstand
 

Vierzehnheiligen, Gnadenort und Kunstdenkmal zugleich, hat bei den sommerlichen Ausflügen des Kleinen Wanderkreises dessen besonderes heimatkundliches Interesse geweckt. Im Blick auf die Deckenmalerei, die Vision des Hirten darstellend, welche die Gründung der ersten Kapelle (1445/46) an diesem Ort veranlasste, stellte sich die Frage nach der Entstehungsgeschichte des berühmten Wallfahrtsortes. August Marr hatte sogleich die nicht allzu bekannte Legende zur Hand, die folgendes besagt:

Zu Frankenthal auf dem Fränkischen Jura trieb einst ein junger Hirte seine Herde heimwärts. Da hörte er von einem Acker her leises Wehklagen, wie wenn ein Kindlein weine. Als er hinzu ging, schwieg die klagende Stimme, und siehe, mitten im grünen Klee saß ein feines Knäblein,
das war von himmlischem Glanz umstrahlt, so dass der Hirte wie geblendet stand. Das Kind lächelte ihm freundlich zu und verschwand vor seinen Augen.
Sieben Tage lang verschwieg der Schäfer jedermann die himmlische Erscheinung in der Hoffnung, sie noch einmal zu erleben. Allein, so oft er auch an dem Acker vorbeitrieb, er hörte und sah nichts mehr. Da offenbarte er sich dem Priester seines Heimatortes. Der aber sagte dem Hirten, dass Gott ihm durch seinen heiligen Engel Botschaft senden wolle; er solle nur kühnlich fragen, was des Kindes Begehr sei, sobald es ihm wieder erscheine.
Ein ganzes Jahr verging, und der Schäfer war traurig, weil er des Himmels Gnade durch seine Geschwätzigkeit verscherzt wähnte. Doch am Ende des Jahres zeigte sich das Knäblein abermals und auf der nämlichen Stelle. Es hatte ein rotes Kreuz auf seinem weißen Hemdlein und war umgeben von 14 weiteren Knaben, alle lächelnd und von überirdischem Licht umflossen. Der Hirte tat, wie ihm der Priester geraten hatte: Er warf sich vor dem Himmlischen auf die Knie und fragte, was des Herrn Wille sei. Da sagte das Kind im Kreis der 14 Knaben, es sei das Christuskind und wolle bei den frommen Menschen wohnen. Darauf schwebten die Kinder gen Himmel empor.
Unverzüglich überbrachte der Hirte die Antwort des heiligen Knäbleins dem Abt zu Langheim und erzählte ihm, war er erlebt. Der Abt veranlasste, dass an der Stelle der Himmelserscheinung eine Kapelle erbaut und den vierzehn Heiligen Nothelfern geweiht wurde. Fortan geschahen große Wunder durch deren Macht und Fürbitte, dass der Gnadenort weitum im Lande berühmt wurde. Soweit die Legende.

Erwiesen ist, dass zu den unzähligen Pilgern, die seitdem die geweihte Stätte aufgesucht haben, einst auch Kaiser Friedrich III. (1485), Albrecht Dürer (1518) und Kaiser Ferdinand I. (1562) gehörten. Man weiß, dass die vom Langheimer Abt geschaffene Kapelle den Wirren des Bauernkrieges zum Opfer fiel, der wiedererstandene Wallfahrtsort im Dreißigjährigen Krieg verwüstet worden ist. 1743 wurde der Grundstein zu dem uns vertrauten Meisterwerk Balthasar Neumanns gelegt, das 1772 vollendet worden ist. Stilgerechte Wiedererstellungsarbeiten haben es uns nach einem zerstörenden Blitzschlag am 3. März 1835 als das Kunstdenkmal erhalten, als dass es von dem berühmten Barockbaumeister geschaffen wurde. In seinem Mittelpunkt bezeichnet der umgitterte Altar die Stätte der wunderbaren Erscheinung der 14 Nothelfer, denen die am 9. Mai 1898 zur Basilika erhobene Wallfahrtskirche geweiht ist.
 

Votivkerzen Vierzehnheiligen
Vierzehnheiligen
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