|
Alle Kommentare geben ausschliesslich die Meinung und Einschätzung des Verfassers wieder, nicht eine Stellungnahme des Thüringerwald-Vereins Coburg. |
|||||||||
|
Dienstag, 19. Oktober 2O10 Leserbrief „Eine Einladung zum Kauf sieht anders aus" Zum Bau des Rödentaler Admira-Centers erreichte die NP folgende Zuschrift: Wer sich in Rödental stadtauswärt dem Gewerbegebiet Oeslau West nähert, fühlt sich neuerdings irgendwie eingesperrt. Der Blick trifft auf eine abweisende, einem Gefängnis nicht unähnliche Mauer, die sich längs Staatsstraße bis zum Möbelhaus und längs der Kastanienallee in Richtung Rosenau entlang zieht. Wo ehemals Baum- und Wiesengrün den Übergang in Richtung Gewerbegebiet auflockerte, verbreitet nun ein zudem nur „hintenrum" erreichbarer „Billigheimertempel" seinen zweifelhaften Charme. Eine Einladung zum Einkauf sieht anders aus. Krass ausgedrückt: der Anblick ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich ein Restgespür für ein harmonisches Stadtbild bewahrt haben. Einst hat sich ganz in der Nähe eine Stadträtin um des Erhalts des naturnahen Charakters willen an eine Kastanie gebunden. Nach dem offenkundigen Totalverlust des bauästhetischen Schamgefühls frage ich mich, warum nicht gleich beschlossen wurde, die ganze Allee platt zu machen, damit sich die täglichen Besuchermassen des europäischen Glasmuseums nicht so aneinander vorbeidrängeln müssen. Prima, dass wenigstens die chirurgische Praxis nicht auf der Streichliste steht. Ausgerechnet die gehört aber nicht an die Peripherie, sondern ins Stadtzentrum.
Nebulöse Versprechungen
Die Blütenträume der Stadt, dem Gewerbegebiet mit einem Center für den gehobenen Bedarf einen Hauch von Großstadtflair zu verleihen, sind, passend zur Jahreszeit, in einem Schwall nebulöser Versprechungen zerstoben wie das Herbstlaub im Wind. Enttäuscht dürften besonders die jungen Leute und deren Eltern sein. Haben sie doch den Versprechungen der Verantwortlichen gerne Glauben geschenkt, dass eine Disco um die Ecke bald weite Anfahrtsstrecken zum nächsten "Tanztempel“ überflüssig machen würde. Als Tiger gesprungen, als Bettvorleger gelandet. So etwas schafft natürlich großes Vertrauen in die Politik. Da fragt man sich schon, mit welchen honiggesättigten Wortkaskaden es der Investorin gelungen ist, das Vertrauen von Bürgermeister und Stadtrat zu gewinnen. Im Übrigen liegt bereits die nächste Kugel in der Lostrommel der Rödentaler Stadtentwicklung; die Frage ist nur, Treffer oder wieder Niete. Ende 2011 soll es soweit sein; die lang herbeigesehnte Fertigstellung der Ortsumgehung wird eine deutliche Verkehrsentlastung und- Beruhigung auf der Staatsstraße 2202 bringen. Für diese künftig in die Zuständigkeit der Stadt tauende Rödentaler Ost-West Tangente ist ein Entwicklungskonzept längst überfällig.
Konzept längst überfällig
Das Thema stand allerdings bislang noch nicht auf der Tagesordnung im Stadtrat; wenn doch, dann scheint es bei seiner Erörterung ziemlich lautlos zugegangen zu sein. Die Bemühungen des 1. Bürgermeisters, der Freistaat möge doch der Kommune eine grundsanierte Straße übergeben, sind anerkennenswert. Was aber nottut, ist ein Plan, auf dem die Stadt ihre Vorstellungen für die Ausgestaltung dieses Bereiches insgesamt skizziert. Und dazu gehört zum Beispiel auch das angrenzende Gelände zwischen der Staatsstraße und der Bahnschiene samt der Industriebrache Annawerk. Die vor vierzig Jahren als Projekt der bayerischen Verwaltungsreform gestartete Großgemeinde Rödental wurde dank eines von allen Fraktionen getragenen Flächennutzungsplans als städtebauliche Entwicklungsmaßnahme massiv gefördert. Mit Sicherheit wird aber der Staat nicht zweimal Geld ausgeben; erst reine Straßensanierung, dann Förderung des unausweichlichen innerstädtischen Entwicklungskonzepts nach Herabstufung als Gemeindestraße. Nebenbei: an dieser Stelle könnten die Kandidaten für die nächste Bürgermeisterwahl beim Volk Punkte sammeln. Das Geschlecht der Kandidaten sollte dabei keine Rolle spielen.
D. S., Rödental
Ansonsten ein Verfasser gelegentlicher Kolumnen, denen ich bisher keinesfalls in jedem Fall zustimmen konnte. Zunächst sah es ja, nachdem der Bau etwas fortgeschritten war, gar nicht so schlecht mit der Architektur aus. Aber jetzt? -hdb- |
|||||||||
|
Zur Gesamt-Übersicht der Website: sitemap |
|||||||||